• Verfasser: J. Merle
  • Thema: Allgemein
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Bonjour à Sarrebourg

„Bonjour à Sarrebourg“ hieß es für uns 17 Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klasse und unsere zwei Lehrkräften der Albert-Schweitzer-Schule in der Zeit vom 27.04. bis zum 04.05.2017. Nachdem im März bereits einige französische Schüler/innen zu Gast in Alsfeld waren, stand nun der Rückaustausch an. Nach einer entspannten Zugfahrt freuten wir uns alle, unseren „corres“ (franz.: Austauschpartner/in) wieder zu sehen, hatte sich doch in der Woche in Alsfeld bei vielen eine gute Freundschaft entwickelt.
Direkt vom Bahnhof ging es in das Collège Mangin, die Partnerschule, da nachmittags alle noch Unterricht hatten. Nach Schulschluss verabschiedeten wir uns voneinander und fuhren voller Vorfreude nach Hause. In diese Vorfreude mischte sich aber auch mal mehr, mal weniger Angst und Aufregung, schließlich war man nun in einer fast fremden Familie, in neuer Umgebung und vor allem mit der französischen Sprache auf sich alleingestellt. Am nächsten Morgen waren wir uns einig, dass diese Angst eigentlich unberechtigt war, denn unsere corres und ihre Familien waren sehr nett und es gab keine großen Probleme. An diesem Tag lernten wir das französische Schulsystem kennen und waren erstaunt, wie es sich von unserem deutschen unterscheidet: Täglich (bis auf mittwochs) endet der Unterricht zwischen 15 bis 17 Uhr, die Schulstunden dauern 55 Minuten, mittags gibt es für alle Schüler eine zweistündige Mittagspause, in der alle in der Schulkantine essen, und der Unterschied, der uns am Anfang am meisten verwirrt hat: Es gibt keine Schulglocke, der Lehrer beendet trotzdem auf die Minute genau den Unterricht, sodass die Schüler genügend Zeit haben, in den nächsten Fachraum zu gehen. Zudem besichtigten wir das „Friedensfenster“ von Marc Chagall, welches er 1976 in der „Chapelle des Cordeliers“, einer ehemaligen Kapelle, in Sarrebourg gestaltet hatte. Das Fenster zählt als bedeutendste Sehenswürdigkeit in dem Städtchen.

Das lange Wochenende, der 1. Mai ist auch in Frankreich ein Feiertag, verbrachten wir teils alleine, aber manchmal auch in einer großen Gruppe. So wurde z.B. Strasbourg besichtigt, eine kleine Shoppingtour veranstaltet, gemeinsam geschwommen, gepicknickt und gebowlt, Crêpes gebacken oder sich auch einfach ein paar Stunden bei einer Familie getroffen, Fotos gemacht und viel gelacht. Höhepunkt des Wochenendes war für viele eine gemeinsame Party mit fast allen Austauschpaaren bei einem französischen Schüler, die er für uns alle organisiert hatte. Bis in den späten Abend saßen wir dort zusammen, tanzten, unterhielten uns und aßen viele leckere Dinge.
Den Dienstag verbrachten wir wieder mit unseren corres im Unterricht und einige waren erstaunt, wie stark sie sich in dieser kurzen Zeit in die Sprache eingehört hatten, sodass sie den Unterricht recht gut mitverfolgen konnten.
Mittwoch unternahmen wir einen gemeinsamen Tagesausflug zu einer Glasbläserei und zu der Zitadelle von Bitche. In einer Führung wurden wir in die Tradition der Glasbläserei in der Region eingeführt und konnten anschließend Glasbläsern live bei ihrer Arbeit zuschauen. Die Zitadelle von Bitche, eine große Festung in einer 5000-Einwohner-Stadt, spielte im deutsch-französischen Krieg 1870/71 eine wichtige Rolle. Mit Audioguides und Videosequenzen erlebten wir dort eine eindrückliche Zeitreise, die viele zum Nachdenken brachte.

Am Donnerstagmorgen hieß es dann wieder Abschied nehmen. Da sich sehr viele in dieser Woche noch besser angefreundet hatten, flossen am Bahnsteig einige Tränen und erst nachdem wir uns versprochen hatten, uns wieder zu besuchen, stiegen wir in den Zug Richtung Heimat.