Emilia Bauer vertritt die Albert-Schweitzer-Schule beim Kreisentscheid

Wenn ein Vorlesewettbewerb an einem Nikolaustag stattfindet, dann liegt es auf der Hand, dass die Pflichtlektüre etwas mit dem Geheimnis des spendablen Mannes in Rot zu tun hat, und so lasen am Dienstagmorgen die fünf Klassensieger der Jahrgangsstufe 6 der Albert-Schweitzer-Schule Passagen aus „Morgen, Findus, wird’s was geben“, der witzigen Geschichte um den alten Mann und seinen Kater, die vom Weihnachtsmann ordentlich überrascht werden. Vor der Lektüre dieses für die Kinder unbekannten und nicht eingeübten Textes hatten alle fünf schon die Gelegenheit gehabt, mit eigenen ausgesuchten und geprobten Texten zu glänzen. Dabei heraus kam ein bunter Reigen angesagter Kinder- und Jugendliteratur, der sich sicher auch auf dem einen oder anderen Gabenteller gut macht:

Finja Schubert aus der 6a las aus Nele Neuhaus‘ „Charlottes Traumpferd“ – ein Muss für junge Mädchen, denen Reiten das liebste Hobby ist. Leo Lenth aus der 6b hatte Isabel Abedis „Hier kommt Lola“ ausgesucht, eine verrückte Geschichte um das Mädchen Lola, das viele Facetten und Talente hat, aber doch nur eine Freundin sucht. Weihnachtlich und gleichzeitig spannend wurde es mit dem Buch „Tatort Weihnachtsmarkt“ aus der Reihe der „Drei Ausrufezeichen“ von Maja von Vogel. Die Handlung dieses spannenden Mädchenkrimis spielt, wie könnte es anders sein, auf einem Weihnachtsmarkt. Ausgesucht hatte ihn sich Lea-Sophie Gonder, um die Jury von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Schon ein Klassiker ist das Buch „Diebe im Olymp“, in dem der Halbgott Percy Jackson nicht weniger als die Welt retten wird. Ausgedacht hat sich das Rick Riordan, vorgelesen wurde es von Emilia Bauer aus der 6d. Auch die Werke der Bestsellerautorin Cornelia Funke sind heute schon Klassiker. „Tintenherz“ hatte zum Schluss Emma Riegelmann aus der 6e ausgewählt, um das Publikum und die Jury zu erfreuen.

Mit kreativen Plakaten unterstützten die Schülerinnen und Schüler die Vorleser ihrer Klassen.

Und so unterhaltsam diese Vorlesestunde in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule auch war, irgendwann wurde es doch ernst, schließlich hatte die Jury, bestehend aus den beiden Fachlehrern Katja Körner und Roland Stoll sowie drei LK-Deutsch-Schülerinnen der Q3, eifrig mitgeschrieben und die verschiedensten Kriterien beachtet und miteinander verglichen: Lesetechnik, Interpretation und bei den Auswahltexten auch die Textauswahl wurden bewertet, dabei ging es weniger darum, dass immer nur fehlerfrei gelesen wird, sondern auch, wie die Vorleser betonen, wie sie ihre Stimme einsetzen und das Textverständnis fördern. Dabei sollen sie zwar interpretieren, aber nicht schauspielern. Und vielleicht auch ab und zu zu ihren Zuhörern hochschauen – also ganz schön viel auf einmal und damit auch ganz schön anspruchsvoll. Die fünf vor wenigen Wochen schon gekürten Klassensieger meisterten diese Aufgabe allerdings mit Bravour und machten der Jury ihre Auswertung ganz schön schwer. Wie gut war es da, dass in der langen Beratungspause als große Überraschung die Schulnikoläuse kamen und für alle Schülerinnen und Schüler etwas in ihrem Sack hatten, das sie natürlich erst nach einem standesgemäßen Liedvortrag herausholten.

Alle Hände voll zu tun hatten die Nikoläuse in der Jahrgangsstufe 6.

Die Spannung stieg noch einmal, als die Jury von ihren Beratungen zurückkam, vor das Publikum und die Vorleser trat und das Ergebnis verkündete: Emilia Bauer aus der Klasse 6d heißt die diesjährige Schulsiegerin der Albert-Schweitzer-Schule. Sie wird das Alsfelder Gymnasium im Januar oder Februar beim Kreisentscheid vertreten. Eine Aufgabe, auf die sich Emilia heute schon sehr freut und gut vorbereiten will.

Die Klassensiegerinnen und –sieger auf einen Blick, in der Mitte: Schulsiegerin Emilia.

Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels wird seit 1959 jährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und anderen kulturellen Einrichtungen durchgeführt. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten Schülerwettbewerben. Mehr als 600 000 Kinder der 6. Klassen aller Schularten beteiligen sich jedes Jahr an rund 7200 Schulen. Lautes Lesen wird als wichtiger Beitrag zur Entwicklung von Lesekompetenz angesehen: „ Nur wer liest, kann verstehen, denn Lesen ist die Grundlage aller Bildung“, heißt es auf der Homepage des Vorlesewettbewerbs – wie schön, wenn diese Grundlage mit so viel Spaß verbunden ist.

Sie wird die Albert-Schweitzer-Schule beim Kreisentscheid vertreten: Emilia Bauer aus der Klasse 6d.