• Verfasser: Traudi
  • Thema: Allgemein
  • 0

„Erkenntnisgewinn, der im Kopf bleibt“

Kurz vor den Sommerferien hatten sie gewonnen: die Klasse 8d (inzwischen 9d) der Albert-Schweitzer-Schule konnte sich mit einem flotten Gedicht über den Sportsfun Teamday im Juli dieses Jahres den Aktionstag kurz vor den Herbstferien sichern. Der Sportsfun Teamday ist ein Projekt der Sportjugend Hessen gemeinsam mit der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen. An diesem Sport- und Spielfest, für das sich Schulen alljährlich bei den Veranstaltern bewerben können, stehen, wie der Name schon sagt, der Sport, der Spaß und die Teams im Mittelpunkt. Mit jeder Menge sportlicher Spiele wird so der Teamgeist gefördert, die Freude an der Bewegung, die Lust am Sport. Für die Gewinner gab es nun ein Wiedersehen mit Martin Weingart von der Hessischen Sportjugend. Er begleitet den Sportsfun Teamday federführend und hatte auch zu dem Aktionstag wieder jede Menge Spiele und Herausforderungen mitgebracht. Aktionen, die Anforderungen an den Kopf, die Kreativität, die Kommunikationsfähigkeit und den Körper stellen.

„Wie am Sportsfun Teamday geht es auch hier um den Umgang der Gruppe miteinander“, erläutert Weingart. „Häufig scheitern die Aufgaben nämlich nicht am sportlichen Unvermögen oder gar der Unmöglichkeit der Umsetzung, sondern daran, dass nicht alle aufmerksam sind, nicht zuhören und nicht richtig miteinandersprechen.“ So zum Beispiel bei der Herausforderung, als ganze Gruppe eine Gefängnismauer ohne Hilfsmittel und ohne Geräusch und somit auch ohne weitere Gespräche und Abstimmungen zu überwinden. Beim kleinsten Lärm startet der fiktive „Fluchtversuch“ von neuem. 15 Minuten stehen für die Lösung dieser Aufgabe zur Verfügung. Danach sollen alle auf der anderen Seite der Mauer stehen. Ob das wohl klappt? Am Anfang steht ein Plan: Wie könnte man es machen, dass man überhaupt rüberkommt? Und wer geht zuerst? Wie können die Letzten die Mauer überwinden, wenn niemand mehr da ist, der ihnen Hilfestellung gibt und wer könnten die Letzten sein? Zwischendurch dann die Erkenntnis, dass es nicht ganz so reibungslos läuft, dass man auch auf der anderen Seite der Mauer die Mitschüler auffangen muss, will man keinen Lärm riskieren. Ganz am Ende, nach mehreren Anläufen schafft es die Gruppe. Als sie sich endlich an ihre eigenen Vorgaben hält und diese im Lauf der Ausbruchsversuche noch ein wenig verfeinert hat, reichen den fast 30 Schülerinnen und Schülern drei Minuten, um komplett die Mauer zu überwinden. Die Jugendlichen applaudieren sich selbst, sind stolz auf diese gemeinsame Leistung, es vom ersten „Das geht doch gar nicht“ bis zu diesem Gemeinschaftserfolg geschafft zu haben.

Hinterher die Manöverkritik: Was lief gut? Woran scheiterten die ersten Versuche? Trainiert werden auf diese Weise neben der Kommunikationsfähigkeit auch Frustrationstoleranzen; innerhalb der Gruppe wird deutlich, welche Rolle die einzelnen Schülerinnen und Schüler spielen: Motivator, Kritiker, Gleichgültiger… Und die Jugendlichen erfahren auch, dass Erfolg in der Gemeinschaft viel mehr Spaß macht als allein. „Es soll spielerisch und sportlich zu einem Erkenntnisgewinn kommen, der im Kopf bleibt“, bringt Martin Weingart es auf den Punkt. Und diesen Gewinn werden die Schülerinnen und Schüler der 9c auf jeden Fall mit nachhause nehmen können!