• Verfasser: Traudi
  • Thema: Allgemein
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Glanzvolles Highlight zum Jahresabschluss

Einen langen Konzertabend gönnte sich zur Weihnachtszeit die Albert-Schweitzer-Schule. Fast drei Stunden Musik hatten die zwölf Formationen sowie einige Solisten einstudiert, um diese am Freitagabend in der Christ-König-Kirche darzubieten. Zwei Programmblöcke bestritten die Musikerinnen und Musiker, beide furios eingeleitet von Henrik Schlitt an der Orgel.

Christian Bolduan, stellvertretender Schulleiter, konnte zu jedem der beiden Programmteile ein großes Publikum begrüßen. Bolduan dankte allen an diesem Abend beteiligten Musikern und Sängern, aber auch den Musikpädagogen seiner Schule und der kooperierenden Musikschule, die mit ihrer kontinuierlichen Arbeit eine solche Veranstaltung erst ermöglichen. Der Konrektor verwies auch auf die Verbindung der von Schlitt dargebotenen Bach-Präludien zu Albert Schweitzer, dem Namensgeber der Schule, selbst ein großer Musiker und auch Musikwissenschaftler, zu dessen Werken auch ein Bach-Biographie gehört. Aus diesem Grund wurden eigens zum 60-jährigen Namensjubiläum der Albert-Schweitzer-Schule in diesem Jahr die Bach-Präludien diesem Konzert vorangestellt.

Im Namen des Gastgebers, der katholischen Kirchengemeinde, begrüßte Hedwig Kluth die Gäste in der Christ-König-Kirche. „Ein Geschenk ist eine Freude, die man sich nicht selbst machen kann“, zitierte sie und regte an, die Musik dieses Abends als wunderbares Geschenk anzunehmen – ein Rat, den die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer gerne annahmen.

Eingeteilt war der Abend in einen Programmteil für die jüngeren und die älteren Jahrgänge. Den Anfang machten die Unterstufenformationen: Streicher- und Bläserklassen sowie die einzelnen Chorprojekte. Unter der Leitung von Antje Margolf begrüßte die Streicherklasse 6 das Publikum mit „Evening Rise“ – sehr passend für die Uhrzeit und sehr schön dargeboten. Mit „Tanksgiving“ schloss die Bläserklasse 6 unter der Leitung von Ulrike Schimpf an. Es folgten die Chorprojekte unter der Leitung von Christina Müller. Alles Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 nehmen daran teil. Eine Extra-Chorstunde bekommen sie dafür pro Woche, und die nutzen sie – wie man sehen und hören konnte – mit jeder Menge Spaß. Die Auswahl ihrer Stücke war weihnachtlich-bunt, und mit ihrer frischen Darbietung bereiteten sie den Gästen viel Freude. Für viel Eindrucks sorgten die frischgebackenen Streicher- und Bläserklassen der Jahrgangsstufe 5. Erst seit wenigen Monaten lernen sie an ihren Instrumenten – die dargebotenen Stücke „Jingle Bells“ und „Tonazar“ gelangen ihnen für diese kurze Zeit bereits ausgesprochen gut.

Für den zweiten Block machte sich zunächst der Unterstufenchor unter der Leitung von Christina Müller bereit. Sehr gut gelaunt und mit richtig starken Stimmen bewältigten sie ihre Stücke, darunter der schöne Kanon vom „Winter Wald“ oder der Gospel „Down in Bethlehem“. Der Höhepunkt ihres Auftritts war das Stück „Fix you“ – ein einziger Gänsehautmoment, präsentiert mit vielen Kerzen und einem tollen Solisten. Für die instrumentale Abwechslung zwischen den einzelnen Liedbeiträgen sorgte das Schulorchester unter der Leitung von Arno Pausch. Sehr streicherdominiert, versetzte es das Publikum in festliche Stimmung. Egal, ob mit dem Stück „Passage of Time“ aus dem unvergesslichen Film „Chocolat“ oder einem gelungenem Ausflug ins Reich der Märchen. Bei Vorspiel und Finale der Orchestersuite „Häsel und Gretel“ wurde es verstärkt von einer Reihe von Bläsern und Pauken, die alle gemeinsam für ein großes Klangerlebnis sorgten.

Mit ihrem Solostück „Benedictus“ aus der Kleinen Orgelsolomesse Hob. XXII:7 von Joseph Haydn beeindruckten Organist Henrik Schlitt und Sopranistin Sophia Zulauf das Publikum nachhaltig. Schlitt, ehemaliger Schüler der ASS und heute Student der Schul- und Kirchenmusik, und Zulauf, die auch in anderen Schulformationen aktiv ist, verbreiteten mit diesem Stück eine unglaublich feierliche Atmosphäre und präsentieren eine brillante Darbietung.

Der Mittelstufenchor unter der Leitung von Antje Margolf passte zwar in eine lange Reihe auf die Kirchenbühne, ihre gut ausgewählten Stücke jedoch schickten die 13 Sängerinnen und Sänger selbstsicher und voller Freude ins Publikum. Mit „You Are Holy“ und dem ewigen Klassiker „Winter Wonderland“ sorgten sie zunächst für festliche und winterliche Stimmung, bevor sie ironisch und mit jeder Menge Spaß in „Santa Baby“ die Wünsche eines 50er-Jahre-Girls auspackten und sehr amüsiert und humorvoll zum Besten gaben.

Ina Kneußel

Sonja Karl

Mit einer weiteren solistischen Einlage glänzten sodann die Schülerinnen Sonja Karl und Ina Kneussel. An Orgel und Saxofon präsentierten die beiden „Thema und Fuge über Adeste Fideles“. Ein Stück mit hohem Wiedererkennungswert, bei dessen Darbietung die beiden Musikerinnen durch ihr präzises und ausdrucksstarkes Spiel ihr Publikum erfreuten.

Voll wurde es auf der Bühne, als der Oberstufenchor unter der Leitung von Thomas Walter sich postierte. Mehr als vierzig singende junge Menschen boten ausgesuchte Stücke zur Weihnachtszeit dar und zeigten, wie harmonisch, genau und abwechslungsreich eine solche Darbietung gelingen kann – nicht zuletzt, wenn neben einer guten Portion Perfektion auch Leidenschaft und Spaß ins Spiel kommen. Auf diese Weise interpretierten sie so schöne Stücke wie „Shine Your Light“ oder „You Raise Me Up“ und zeigten ganz besonders mit dem so interessanten wie anspruchsvollen Mashup „Night Of Silence“ eine äußerst gelungene Vorstellung. Mit „If You’re Happy“ kam der Chor wieder auf die lockere, entspannte Stimmung der jüngsten Formationen vom Anfang des Abends zurück und leitete den Ausklang des Konzerts ein.

Zuvor jedoch präsentierte Maren Kadelka an der Flöte gemeinsam mit Arno Pausch am Klavier ihre Eigenkomposition „Die Turmuhr“ – angelehnt an ein Heinz-Erhardt-Gedicht und musikalisch durchaus inspiriert von Arnold Schönberg und Igor Strawinsky, wie Thomas Walter einführend erläuterte. Bei der Eigenkomposition handelte es sich um eine Präsentationsarbeit im Rahmen des Musik-LK – eine wahrhaft sehr geglückte Arbeit und Darbietung.

Für besinnliche Worte zum Schluss sorgte Schulpfarrerin Katja Dörge. „Mein Herz ist voll“, befand sie angesichts der gehörten und gesehenen Fülle von Musik und Gesang und teilte damit den Eindruck des Publikums. Das Schöne und Glückliche, aber auch das Schwere und Traurige habe sich in den ausgewählten Stücken wiedergespiegelt, so die Pfarrerin, die damit den Bogen zu einer Wunschsternaktion an ihrer Schule schlug. Auch dort treffe die Leichtigkeit von Quatschwünschen auf allgemeine gute Wünsche und auf traurig machende, schwere Wünsche. „Sie zeigen das Menschsein – mit allem Glück und allen Sehnsüchten.“ Ein schönes Abschiedswort, mit dem die Albert-Schweitzer-Schule an diesem Abend ihre Gäste in die weiteren Weihnachtstage entließ.

Der besondere Dank der Schule ging an die Lehrkräfte…

…und die Solisten.