• Verfasser: Traudi
  • Thema: Allgemein
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Große Sprünge mit Zahlen, Logik und Kopfnüssen

„Wie kann die Zahl 1000 als Summe mit 8 Achten geschrieben werden?“ oder „In einem quadratischen Raum stehen 17 alte Sessel so an den Wänden, dass an jeder Wand dieselbe Anzahl an Sesseln steht. Wie kann das sein?“

Mit diesen und anderen Fragen aus der Mathematik beschäftigten sich auch im vergangenen Schuljahr wieder 190 Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule und mit ihnen mehr als 6 Millionen aus 48 Ländern weltweit. Der jährliche Mathematikwettbewerb „Känguru der Mathematik“ schafft dieses unglaubliche Kollektiverlebnis, an dem alle jungen Mathefans von 8 bis 19 zeitgleich an jedem 3. Donnerstag im März teilnehmen. Erfunden wurde der Wettbewerb in Australien. Hier hatten sich einige Mathematiker bereits im Jahr 1978 zusammengetan, um Schülerinnen und Schüler mit vielen verschiedenen Aufgaben, Knobeleien, logischen Denkanstößen und Kopfnüssen für die unterschiedlichen Themen der Mathematik zu begeistern. Die gute Idee verbreitete sich bald bis nach Europa und erhielt zu Ehren ihrer australischen Schöpfer den Namen „Känguru der Mathematik“.

30 Aufgaben – allesamt Multiple Choice – müssen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 13 lösen, 24 die jüngeren Teilnehmer der Jahrgangsstufen 3 bis 6. „Bemerkenswert ist hierbei, dass der Wettbewerb ganz anders aufgebaut ist als eine Klassenarbeit und er durch seine Fragestellungen die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen anregt. Die Aufgaben sind lebensnah, praktisch und anwendungsbezogen“, erläutert Mathematiklehrer Dirk Greifenhagen. „Dabei geht es nicht allein ums Rechnen“, ergänzt Mathematiklehrer Hans Heinrich März, „sondern um eine Kombination aus Geschicklichkeit, gutem räumlichen Vorstellungsvermögen, Überblicks- und Alltagswissen, Kombinieren, Schätzen, eine gewisse Schläue, dem Erkennen von Ähnlichkeiten und Analogien.“ Die Aufgaben kann man nämlich nicht nur rechnerisch und durch logisches Denken lösen, sondern auch schon mal mit besonderen Strategien, etwa, wenn man sie durch das Ausschlussverfahren löst.

Zum 10. Mal hat die Albert-Schweitzer-Schule in diesem Jahr an dem Wettbewerb teilgenommen und ihr Leistungsniveau dabei erheblich gesteigert. „Mit Lionel Damtew aus der damaligen E-Phase haben wir einen Teilnehmer, dessen Punktzahl unter den 1% der Jahrgangsbesten dieser Altersstufe in Deutschland zu finden ist“, gibt Hans Heinrich März bekannt. „Und Christina Hofmann aus der damaligen 5. Klasse hat den größten Kängurusprung an unserer Schule seit 2005 geschafft!“ Ein „Kängurusprung“ ist das richtige Lösen von aufeinanderfolgenden Aufgaben. Die 11-Jährige hat 17 von 24 richtig gelöst: „Eine herausragende Konzentrationsleistung“, wie Dirk Greifenhagen bestätigt.

Der Erfolg Lionel Damtews kommt nicht von ungefähr: seit der 5. Klasse nimmt er am „Känguru der Mathematik“ teil und konnte im Verlauf der Jahre trotz steigender Anforderungen seine sehr guten Leistungen bestätigen. „Die Teilnahme am Wettbewerb nimmt in den höheren Jahrgangsstufen zwar interessensbedingt ab“, so März, „an Lionels Leistung aber sieht man, dass sich der individuelle Wissenszuwachs und das Weitermitmachen lohnen.“ Das kann auch Eric Planz bestätigen. Der 18-Jährige aus der damaligen Q2-Phase nimmt seit der 7. Klasse regelmäßig am Wettbewerb teil und hat in dieser Zeit zweimal den 3. und einmal den 2. Platz seiner jeweiligen Jahrgangsstufe erreicht. Insgesamt stellt die Albert-Schweitzer-Schule in diesem Jahr sieben Preisträger. Sie alle haben Spaß an mathematischem Denken, am Vergleich mit anderen Schülerinnen und Schülern und daran, jedes Jahr wieder ihr Bestes zu geben.

Und wie war das nun mit den Achten und den Sesseln? Nichts leichter als das für die jungen Mathematiker: „1000 = 888 + 88 + 8 + 8 + 8“ und „Wir stellen in 3 Ecken jeweils einen Sessel, sodass jeder dieser Sessel für 2 Wände zählt. An die zwei Wände, an denen bereits 2 Sessel stehen, stellen wir 3 weitere und an die anderen beiden Wände 4 Sessel. So stehen an jeder Wand genau 5 Sessel.“