• Verfasser: Traudi
  • Thema: Allgemein
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Innerschulischer Wettbewerb motiviert zum Lesen und Vorlesen

Lesekompetenz ist ein wichtiges Kriterium zum Beherrschen einer Sprache – sie steht daher im Deutschunterricht an Schulen ganz oben und wird mit vielen verschiedenen Maßnahmen gefördert. Spaß am Lesen soll unter anderem der Vorlesewettbewerb an Schulen vermitteln, der seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen veranstaltet wird. Als einer der größten deutschen Wettbewerbe vereint er alljährlich 600.000 Schülerinnen und Schüler, die ihre Vorlesekünste zunächst auf Schulebene, später auf Kreis- und Landesebene und abschließend im Bundeswettbewerb messen.

Wer für die Albert-Schweitzer-Schule am Kreisentscheid im kommenden Februar teilnimmt, das ermittelte eine Jury aus Deutschlehrern und Oberstufenschülerinnen vor wenigen Tagen. Aus allen sechsten Klassen des Gymnasiums waren die Vorlesesieger in der Aula erschienen, um gegeneinander anzutreten, zunächst mit selbst ausgewählten Texten. Immer wieder ist dabei auch die Auswahl der Buchtitel interessant – gibt sie doch einen guten Überblick über die literarischen Vorlieben der Sechstklässler: Cornelia Funke mit „Drachenreiter“, Christopher Paolini mit „Eragon“, Nele Neuhaus mit „Elena – ein Leben für Pferde“, Janet Clark mit „Schweig still, süßer Mund“ sowie Josh Lieb mit „Ich bin ein Genie und unsagbar böse“ boten ein breites Spektrum unterschiedlicher Jugendliteratur und könnten sich bei dem einen oder anderen Jugendlichen auch gut unter dem Weihnachtsbaum machen.

Beim Vorlesewettbewerb ist indes nicht die Auswahl entscheidend, sondern die Art zu lesen: die Kinder sollen den Text allein mit der Stimme als Ausdrucksmittel zum Leben erwecken, sie sollen ihr Publikum erreichen und dabei sicher und flüssig lesen, deutlich aussprechen, ein angemessenes Lesetempo finden und sinngemäß betonen.

Die Jury schließlich bewertet, ob der Text inhaltlich und atmosphärisch gut umgesetzt wurde und ob es dem Vorleser oder der Vorleserin gelungen ist, die Stimmung des Textes an das Publikum zu vermitteln. Ist der Vortrag lebendig und eindrucksvoll gestaltet? Bekommt die Handlung durch passende Betonung eine eigene Aussagekraft und Dynamik? All das sind Fragen, die die Jury beantworten muss und die schließlich den Sieger ausmachen.

Doch zuvor müssen die Kandidaten auch einen Fremdtext vorlesen, einen Text, auf den sie sich nicht vorbereiten konnten und der daher umso schwieriger für sie ist, da sie ihren Vortrag nicht einüben können. Die Bewertungsgrundsätze hier einzuhalten erfordert von Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an Lesekompetenz: um richtig zu betonen, Spannung und Atmosphäre zu vermitteln, müssen sie während ihres Vorlesens den Text vollständig erfassen. Deutschlehrer und Juror Roland Stoll hatte hierfür Emil Flinkefinger von Jürgen Banscherus ausgewählt.

Nach zwei spannenden Vorleserunden zog sich die Jury zurück und wurde mit Spannung in der Aula erwartet – schließlich fieberten alle Schülerinnen und Schüler mit ihren Klassensiegern um den Einzug in den Kreisentscheid. Und da die fünf Jurymitglieder nur die klassenbesten Vorleser zu beurteilen hatten, fiel die Wahl schwer – alle fünf hatten sehr gut gelesen. Das kleine Quäntchen besser aber, und da waren sich alle Jurymitglieder einig, hatte Rebecca Trojahn ihre Texte präsentiert.

Für sie sowie die Zweit- und Drittplatzierten gab es eine Urkunde und Buchgutscheine, denn der Lesespaß hört ja mit dem Wettbewerb nicht auf. Als Schulsiegerin im Vorlesewettbewerb 2014/2015 wird Rebecca Trojahn die Albert-Schweitzer-Schule im Februar auf dem Kreisentscheid vertreten. Dann wird ihr nicht nur die Klasse 6a die Daumen drücken, sondern die ganze Schule!