• Verfasser: J. Merle
  • Thema: Allgemein
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Jahreskalender des Albert-Schweitzer-Gymnasiums anlässlich des Luther-Jubiläums 2017

Schon in der Vergangenheit haben Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule mit verschiedenen Projekten, die auch über den Fachunterricht hinausgingen, wertvolle Beiträge zur Geschichte und Literatur der Stadt Alsfeld und der Region geliefert – Projekte, in die die Schülerinnen und Schüler wochen- und monatelanges Engagement und viele Arbeitsstunden gesteckt haben. So kann die Albert-Schweitzer-Schule auch in diesem Jahr mit Stolz auf eine weitere Veröffentlichung aus den eigenen Reihen blicken – denn auch mit seinem neuesten Projekt „Und ist dies die erste Stadt, so die Religion nach der Reformation angenommen …“ – Wie Alsfeld unter dem Einfluss Martin Luthers und Tilemann Schnabels protestantisch wurde“ konnte Oberstudienrat und ehrenamtlicher Stadtarchivar Michael Rudolf erneut wieder über 30 Schülerinnen und Schüler seiner Klassen und Kurse sowie der „Luther- AG“ zur Mitarbeit begeistern: die Ergebnisse ihrer Spurensuche in Alsfeld und Umgebung werden nun Ende Oktober in Form eines Jahreskalenders anlässlich des 500. Reformationsjubiläums 2017 veröffentlicht.

Die Präsentation des Jahreskalenders findet am 31.10.2016 statt.

luther-kalender

Geschichte, die vielen oftmals weit weg und abstrakt vorkommt, nimmt gerade in historischen Projekten Gestalt an und bietet eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und einen authentischen und lebensnahen Zugang zur Historie der eigenen Heimatstadt. So zeigt sich auch im bald erscheinenden Jahreskalender, wie fruchtbar eine Symbiose zwischen Stadtarchiv und Schule sowie Schule und anderen außerschulischen Partnern sein kann. Schulleiterin Elisabeth Hillebrand lobt die produktive Mitwirkung der Schulgemeinde an einem Projekt, das auch deutlich die Verbundenheit zwischen der Schule und ihrem Standort demonstriert.

Im Mai haben sich die Teilnehmer des Projektes – ganz dem Entdeckergeist des Historikers verschrieben – zunächst über eine Spurensuche in Marburg bei einer Ausstellung über Martin Luther und seine Zeit sowie einem Besuch des Marburger Schlosses dem Thema der Reformation angenähert und dieses anschließend im Unterricht vertieft. Mit Hilfe der von Stadtarchivar Michael Rudolf bereitgestellten Originaldokumente aus dem Alsfelder Stadtarchiv gelang schließlich auch die Erforschung der lokalen Geschichte. So bietet der Kalender ein breites Spektrum an Informationen – mehr als „nur“ ein Kalender bietet er Texte zur Geschichte der Reformation im Allgemeinen, umfasst also das Leben Martin Luthers und sein Wirken und geht dann auch näher auf lokale Persönlichkeiten und Begebenheiten ein, wie etwa Luthers Freund und Doktoranden Tilemann Schnabel, durch dessen Wirken sich Alsfeld als eine der ersten Städte in Hessen dem Reformationsgedanken anschloss. Andere Kalenderblätter widmen sich den Auswirkungen der Reformation auf das Augustinerkloster, die Walpurgiskirche oder das kirchliche Gemeindeleben, wobei auch die „stürmischen“ und politisch wie religiös brisanten Zeiten in Sachen Bauernkrieg oder Bildersturm nicht unbeachtet bleiben. Auch Luthers Verbindungen zur Nachbarstadt Romrod oder die Bedeutung von Schloss und Kirche in Altenburg wurden von zwei Schülergruppen näher beleuchtet. Dabei vereint der Jahreskalender die informativen Hintergrundtexte der Schülerinnen und Schüler mit historischen Postkarten und auch aktuellen Fotografien der für die lokale Reformationsgeschichte wichtigen Orte in und um Alsfeld.

Dass ein solches Unterfangen zunächst ohne die anhaltende Begeisterung und Motivation der Schülerinnen und Schüler für das forschend-entdeckende Lernen als auch ohne finanzielle sowie ideelle Unterstützung und Förderung kaum zu realisieren wäre, ist nur allzu gut vorstellbar. Deswegen gebührt der Dank von Initiator Michael Rudolf neben seinen Projektteilnehmern und seinem redaktionellen Team um Cathrina Kristen und Fabian Fricke, die bereits bei vorherigen Publikationen mitgearbeitet hatten, vor allem auch der Heinz-und-Gisela-Friederichs Stiftung, der Stadt Alsfeld und ihrem Bürgermeister Stephan Paule, der Albert-Schweitzer-Schule und ihrem Förderverein sowie dem Verein Lutherweg in Hessen e. V., der Evangelischen Kirchengemeinde Alsfeld e.V. und Andreas Lenth, der erneut den reichen Fundus seiner historischen Postkartensammlung zur Verfügung stellte.

Der Kalender selbst wird am 31. Oktober, dem Reformationstag, im Rathaus vorgestellt werden. Wer selbst ein Exemplar der aufgedeckten Reformationsgeschichte sein Eigen nennen will, kann den Jahreskalender 2017 der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld ab diesem Zeitpunkt im Sekretariat, im Tourist Center Alsfeld, im Buchladen „Buch 2000“ am Rathaus von Helmar Bünnecke, bei „Carl Ramspeck“ sowie im Laden von Rosi Mück zu einem Preis von 5€ erwerben.

Dass die Reformation, die 1517 mit dem Thesenanschlag und den Streitsätzen Luthers ihren Anfang nahm, ein bedeutendes historisches Ereignis war, das die christliche Kirche spaltete und Europa und die Welt nicht nur religiös, sondern auch politisch veränderte, ist unstrittig und das 500. Jubiläum im kommenden Jahr soll in ganz Deutschland und Europa durch Veranstaltungen begleitet werden. Auch das Alsfelder Gymnasium beteiligt sich mit einem weiteren Baustein bei der medialen Aufbereitung dieses Ereignisses und wird das Jubiläum sowie die Veröffentlichung des Kalenders Ende Oktober mit der Präsentation einer Wanderausstellung zu Martin Luther flankieren, die vom 14.11. bis zum 21.12.2016 in der Schule gastieren wird.

Cathrina Kristen