• Verfasser: Traudi
  • Thema: Allgemein
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Lernen fürs Leben: schwerste Verbrennungen vermeiden

Ein Feuer löscht man mit Wasser – das weiß jedes Kind. Doch Vorsicht – das ist nicht immer so. Denn wenn Fett – etwa in Form von erhitzten Speisefetten im Küchenbereich – brennt, dann macht Wasser das Gegenteil: Löschversuche damit führen nicht selten zu einer gefährlichen Fettexplosion! Dies verdeutlichte vor wenigen Tagen die Freiwillige Feuerwehr Antrifttal, die auf Einladung von Chemielehrer Jan Merle an die Albert-Schweitzer-Schule gekommen war, um das Unterrichtsthema „Brandentstehung und Brandbekämpfung“ eindrucksvoll zu veranschaulichen. Mitgebracht hatten Gemeindebrandinspektor Franz Josef Kreuter, Feuerwehrmann Udo Pfeffer und drei weitere Feuerwehrleute einen Fettbrandsimulator, den sie auf dem Pausenhof der Sekundarstufe I in der Schillerstraße in Gang setzten. Brennendes Fett war die Ausgangslage – gelöscht mit Wasser schoss daraus eine pilzförmige Säule in die Höhe, wie sie die Siebtklässler wohl kaum erwartet hätten. Ihr Lehrer Jan Merle erklärte, wie es mit Fett und Wasser zu einer solchen Explosion kommen kann: „Brennendes Fett oder Öl kann sich in einer Pfanne selbst entzünden und ist zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere hundert Grad Celsius heiß. Weil es somit heißer ist als siedendes Wasser, verdampft das als Löschmittel zugegebene Wasser schlagartig. Dadurch wird das brennende Fett mit dem Wasserdampf aus dem Behälter gerissen und kommt mehr oder weniger fein verteilt mit dem Sauerstoff der Luft in Berührung. Während die Flüssigkeitsoberfläche des brennenden Fettes noch relativ gering ist, wird sie durch den entstehenden Wasserdampf aufgerissen und in feinste Tröpfchen zerstäubt. Ähnlich der Verbrennung in einem Dieselmotor zünden die kleinsten Tröpfchen zuerst, heizen ihre Umgebung und benachbarte Fetttröpfchen auf und steigen mit der durch sie erhitzen Luft nach oben. Dadurch entsteht bei freier Entfaltung eine charakteristische Säule über der Brandstelle, die sich zu einem Pilz formt.

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Der Initiator der Aktion, Philipp Reibeling aus der Klasse 7a, mit seinem Patenonkel Udo Pfeffer von der freiwilligen Feuerwehr Antrifttal.

In der Praxis bedeutet das, dass die durchdie Explosion entfachten Flammen eine große Gefahr für umstehende Menschen bilden: „Wo Wasser herkommt, geht Flamme hin“, erläuterte der Gemeindebrandinspektor den sichtlich überraschten Jugendlichen. „Wer also reflexartig mit Wasser versucht, einen Fettbrand zu löschen, der verursacht nicht nur eine Explosion, sondern läuft große Gefahr, sich selbst schwerste Verbrennungen in Gesicht und Händen zuzufügen“, ergänzten die Feuerwehrleute.

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Schülerin Maria Schäfer demonstriert die Fettbrandlöschung mit dem Pulverlöscher.

Die Profis von der Feuerwehr löschen einen Fettbrand in der Regel mit einem besonders geeigneten Feuerlöscher, wie sie vor Ort demonstrierten – doch wer hat schon so einen in der hauseigenen Küche stehen? Der einfachste Rat ist in so einem Fall, das brennende Fett mit einem Deckel zu ersticken und den Topf oder die Pfanne von der Herdplatte zu nehmen. „Dabei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass man sich selbst vor den Flammen schützt“, betonten die Feuerwehrleute vor Ort und fügten hinzu: „Haben die Flammen schon auf Gegenstände in der Umgebung übergegriffen, sollte man aber auf alle Fälle die Feuerwehr rufen.“

Lehrer Jan Merle und Schulleiterin Elisabeth Hillebrand bedankten sich sehr für die tolle, lehrreiche Aktion, die den Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 sicher nachhaltig in Erinnerung bleibt: Von ihnen wird nun wohl niemand mehr dem reflexartigen Versuch erliegen, einen Fettbrand mit Wasser zu löschen!

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Jan Merle, Chemielehrer an der Albert-Schweitzer-Schule, hatte die Freiwillige Feuerwehr Antrifttal zum Thema „Fettbrand löschen“ eingeladen. Im Vordergrund Gemeindebrandinspektor Franz Josef Kreuter.