Licht werden, Freude schenken, Liebe zeigen

Schulgemeinde der Albert-Schweitzer-Schule bringt Licht in einen Regentag und in die Weihnachtszeit

Wenn sich 800 Schülerinnen und Schüler mit all ihren Lehrkräften an einem Regentag kurz vor Weihnachten früh am Morgen auf dem Parkplatz eines Elektromarktes tummeln, dann hat das sicher eine Bedeutung und wahrscheinlich auch mit dem bevorstehenden Fest zu tun. Was genau, erläuterte Katja Dörge, Schulpfarrerin der Albert-Schweitzer-Schule, während ihrer Begrüßung: „Wir wollen Gemeinschaft erleben, Begegnung feiern und Licht bringen.“

Die Idee hinter der Aktion hatten die Fachbereiche Religion und Ethik als gemeinsamen Adventsimpuls gegeben: Während der Wochen vor der Weihnachtszeit hatten sich die Fachlehrer und die Pfarrerin mit ihren Schülerinnen und Schülern mit dem Thema Licht beschäftigt. Bei dem Lichtweg, der in der Morgendämmerung von dem Startpunkt aus in die Schule führen sollte, ging es darum, welche Wirkungen Licht und Dunkelheit für Menschen haben. In der Vorbereitung ging es dabei auch um die Auseinandersetzung mit dem Begriff des Lichts: Wer ist mein Lichtmensch? Was ist mein Lichtthema? Kann ich selbst ein Licht sein?

Geplant war an diesem letzten Tag vor den Ferien, dieses Thema zu visualisieren, erlebbar zu machen und in die Stadt zu bringen – allerdings machte der anhaltende Regen es der Schulgemeinde nicht leicht. Versteckt unter großen Schirmen waren die kleinen LED-Lichter, die jeder einzelne Teilnehmer durch die Stadt und durch den Regen in die Schule trug Dort angekommen, nahmen die Schülerinnen und Schüler ihre Lichter mit in die Klassen, um dort – und nicht wie geplant am Morgen auf dem Parkplatz – den andächtigen Worten ihrer Pfarrerin und ihrer Religionslehrer zu lauschen.

„Eigentlich hättet ihr alle zur selben Zeit auf dem Parkplatz eben euer Licht anzünden sollen, um gleichzeitig fast tausend strahlende Lichter in die Stadt zu schicken“, so Katja Dörge in ihrer Ansprache. Die Vorstellung, dass dies nun ebenfalls geschehe – wenn auch jede Klasse es für sich im Klassenraum tun würde – schmälere die Begeisterung nicht, so die Pfarrerin.

Und von dieser Begeisterung ließen sich die Schülerinnen und Schüler gerne anstecken. Sie löschten das große Licht in ihren Räumen und stellten alle zur selben Zeit ihr LED-Licht an, platzierten es in einem Glas, sodass sein Strahlen um ein Vielfaches heller wurde. Gemeinsam lauschten sie den Klängen der Turmbläser, die schöne Weihnachtsklänge in die Räume schickten, sie hörten Ideen und Impulse zum Thema Licht, die neben der Pfarrerin auch von den Lehrkräften Bernd Völker, Gunther Hörr und Dr. Katja Müller gesprochen wurden.

Nach diesem Teil des Morgens forderte Katja Dörge alle Schülerinnen und Schüler auf, ihr eigenes Licht zu suchen – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Jeder einzelne von ihnen hatte nämlich im Vorfeld der Aktion eine Papiertüte gestaltet, auf der ganz individuelle Assoziationen zum Thema Licht sichtbar wurden. An Girlanden waren diese Tüten im ganzen Schulgebäude befestigt und verteilt, und so begann – begleitet vom dem Lied „Love Someone“, das in der ganzen Schule erklang, ein großes Wuseln, Suchen und Betrachten, bis jeder Schüler seine eigene Tüte hatte, sein Licht dort hineinstellte und mit nachhause nehmen konnte.

„So haben wir das Licht und die Liebe heute durch die Stadt getragen, in die Schule und bis in die Häuser“, freute sich die Schulpfarrerin gemeinsam mit allen Beteiligten, die diese Aktion – obwohl wegen des Regens leicht verändert – mit viel Freude und Begeisterung aufgenommen haben. Möglich wurde dies natürlich nur mit großer Unterstützung: Förderverein und Schulelternbeirat hatten sich an der Beschaffung der über 800 LED-Lichter beteiligt, und auch der Alsfelder Elektromarkt Euronics hat die Aktion in den frühen Morgenstunden gerne unterstützt: „Ich war von der Idee von Anfang an sehr angetan“, bestätigt Marktleiter Thomas Höhfeld, der diesen Tag auf dem Gelände seines Marktes gerne begleitet hat.

Am Ende waren sich alle Beteiligten einig: Mit einer Betonung auf dem Sinn von Licht zur Weihnachtszeit in diese Tage zu starten, war ein guter Impuls, der sicher in den nächsten Jahren wieder aufgegriffen wird.

Text und Fotos: Traudi Schlitt