„Originell, aktuell, nachhaltig, lehrreich und nie langweilig!“

Dass sie zu den Preisträgern des bundesweiten Schülerwettbewerbs der „Nationalen Initiative Printmedien“ (NIP) gehörten, das wussten die sechs Mädchen und der eine Junge der Presse-AG der Albert-Schweitzer-Schule schon seit Juni. Dass sie unter den vier auszeichneten Schulklassen allerdings den ersten Platz belegten, das erfuhren sie erst jetzt, als sie gemeinsam mit ihrer Schulleiterin Elisabeth Hillebrand und Kursleiterin Traudi Schlitt der Einladung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters in die Hauptstadt gefolgt waren, um sich im Bundeskanzleramt von ihr auszeichnen zu lassen. Am vergangenen Freitagmorgen lobten die Ministerin und vier Laudatoren die 92 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland für ihr Engagement, ihre Unvoreingenommenheit, ihre Ideen, ihre Originalität und ihre Neugier.

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Sie kamen rein: die Reisegruppe aus Alsfeld mit Kursleiterin und Schulleiterin vorm Bundeskanzleramt.

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Im Bundeskanzleramt mit Blick auf den Reichstag.

„Schon jetzt das Spiel des Jahres“

Alles Eigenschaften, die ein guter Journalist, eine gute Journalistin braucht, wie die Staatsministerin in ihrer Begrüßung im Bundeskanzleramt betonte. Und genau darum ging es im diesjährigen Wettbewerb: „Was ist ein guter Journalist, eine gute Journalistin und wozu brauchen wir sie?“ Über dreißig Gruppen und Schulklassen hatten sich gemeinsam mit ihren Lehrkräften dieser Frage angenommen und bis Anfang Mai ihre Arbeiten an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien nach Bonn geschickt. Als Medium für die Bearbeitung des Themas war alles erlaubt – die Schülerinnen und Schüler der ASS wählten ein klassisches Brettspiel. Eine im digitalen Zeitalter ungewöhnliche Wahl, die die Jury überraschte und beeindruckte, wie nicht nur der Laudator der Alsfelder Preisträger Roman Eichinger unterstrich. „Das Spiel ließ uns nicht mehr los! Es funktioniert, ist aktuell, nachhaltig, lehrreich und nie langweilig. ‚Fakten, Lügen, Sensationen‘ ist jetzt schon das Spiel des Jahres“, lobte der Ressortleiter Politik der „Bild am Sonntag“ die Idee der Albert-Schweitzer-Schüler. „Fakten, Lügen, Sensationen – das Spiel des Journalistenlebens“, so der komplette Titel des Spiels, das sowohl die Chancen als auch die Fallstricke einer journalistischen Laufbahn berücksichtigt und dabei zum Teil auch reale Hintergründe verarbeitet. All das und ein wenig auch die Idee, Kamera und Laptop tragende kleine Happy Hippos zu Spielfiguren um den am Ende zu gewinnenden Medienpreis des Deutschen Bundestages zu machen, führte dazu, dass die sieben elf- bis sechzehnjährigen Schülerinnen und Schüler ihre Mitbewerber – allesamt älter und in Klassenstärke vertreten – hinter sich gelassen haben.
Der Preis für alle Preisträger war gleich: eine zweitägige Reise nach Berlin, zu der eine exklusive Führung durch die Sonderausstellung des Filmmuseums und ein großes gemeinsames Abendessen mit allen Gewinnern sowie Vertretern des Ministeriums und der Partner der NIP gehörten. Am zweiten Tag stand die Auszeichnung im Bundeskanzleramt auf dem Programm – der Anblick der großen Schreittreppe im Eingangsbereich, auf der man Angela Merkel schon häufig mit ausländischen Staatsoberhäuptern gesehen hat, der Blick auf die Kanzlergalerie und die Sicht auf das schräg gegenüberliegende Reichstagsgebäude werden nur einige der unvergesslichen Augenblicke bleiben, die die Schülerinnen und Schüler erlebt haben.

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Spannung steht in den Gesichtern der Albert-Schweitzer-Schüler kurz vor Bekanntgabe der Platzierung.

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„Schon jetzt das Spiel des Jahres!“ – Roman Eichinger, Ressortleiter der Bild am Sonntag, lobte die Preisträger aus Alsfeld für ihren originellen Einfall und die gelungene Umsetzung.

Auszeichnung von vier Preisträgern im Bundeskanzleramt

Mit großer Freude zeichneten die Jurymitglieder, aus deren Reihen auch die Laudatoren hervorgingen, die Preisträger im Bundeskanzleramt aus. Rüdiger Barth, Mitglied der Chefredaktion des „stern“, unterstrich in seiner Ansprache für einen der dritten Preisträger, die Staatliche Realschule Höchstadt, die Bedeutung von gutem Journalismus, gerade in Zeiten, in denen jeder seinen eigenen Nachrichtenkanal im Netz gründen könne. Peter Klotzki, Geschäftsführer Kommunikation des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, würdigte die Arbeit des Gymnasiums Tegernsee, das ebenfalls einen dritten Platz erzielte. „Nichts ist aufregender als die Wahrheit“ zitierte er den bekannten Schriftsteller und Journalisten Egon Erwin Kisch. Journalisten suchten die Wahrheit durch Recherche, Zweitmeinungen und Kommentare, durch Abwägen und verantwortungsbewusstes Handeln, führte Klotzki aus. Hans-Jörg Zürn, Chefredakteur der „Sindelfinger/Böblinger Zeitung“, hob in seiner Laudatio für die Zweitplatzierten des Konrad-Adenauer-Gymnasiums aus Westerburg die „Macht des geschriebenen Wortes“ hervor und die damit einhergehende Verantwortung der Journalisten.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters lobte alle Arbeiten der ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler und ihrer Lehrkräfte. „Das Thema betrifft uns alle, weil guter Journalismus zu einer informierten, aufgeklärten und auch kritischen Öffentlichkeit beiträgt, die für eine funktionierende Demokratie unverzichtbar ist. Mit der ‚Nationalen Initiative Printmedien‘ möchten wir den Schülerinnen und Schülern nicht nur vermitteln, warum sie Zeitung lesen sollten, sondern sie auch motivieren, es tatsächlich mit Neugier und Freude zu tun. Wir alle sind darauf angewiesen, dass es auch in Zukunft Leserinnen und Leser gibt, die Qualitätsjournalismus zu schätzen wissen.“

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Große Freude sowohl bei der Ministerin Monika Grütters als auch bei Kursleiterin Traudi Schlitt.

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Staatsministerin Monika Grütters mit dem Beitrag der Alsfelder Schülerinnen in der Bild am Sonntag.

Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierten die Schülerinnen und Schüler noch ihre Arbeiten aus dem Schülerprojekt, das im Rahmen des Wettbewerbs vor gut zwei Wochen in der Redaktion der Bild am Sonntag in Berlin stattgefunden hatte. Auch hier hatten es die Albert-Schweitzer-Schülerinnen mit ihrem Beitrag auf die Titelseite der größten deutschen Sonntagszeitung geschafft.
Nach der Preisverleihung ließ es sich auch Dr. Helge Braun nicht nehmen, die Gruppe aus Alsfeld, zu der auch zwei spanische Austauschschüler gehörten, in seinem Büro im Bundeskanzleramt zu begrüßen. Der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Gießen und Alsfeld ist Staatsminister bei der Bundeskanzlerin. Er zeigte sich sehr stolz auf die Leistung der Schülerinnen und Schüler aus seinem Wahlkreis und gewährte ihnen von seinem Balkon aus nicht nur einen Blick auf das Regierungsviertel, sondern auch auf den Balkon der Kanzlerin.
Am Ende schlenderte die Gruppe noch am Reichstagsgebäude vorbei, durch das Brandenburger Tor und Unter den Linden zurück zum Hotel. Zwei kleine programmlose Stunden an zwei spannenden Tagen voller Aufregung und einem großen Erfolg.

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Lea Hamel, Emilia Strempel, Maria Schäfer und Maria König präsentierten ihr Schülerzeitungsprojekt, das sie vor zwei Wochen auf den Titel der Bild am Sonntag gebracht hatte.

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Dr. Helge Braun, MdB aus dem Wahlkreis Gießen und Alsfeld und Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe aus Alsfeld in seinem Büro im Bundeskanzleramt zu begrüßen.

Informationen zu dem Wettbewerb und zur NIP findet man unter
www.nationale-initiative-printmedien.de.