• Verfasser: Traudi
  • Thema: Allgemein
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„Rausgehen, sich was trauen, machen!“

Sie stecken mittendrin: die diesjährigen Abiturienten haben in diesen Tagen ihre letzten schriftlichen Prüfungen und wohl kaum den Kopf frei für das, was in der Zeit nach dem Abitur auf sie zukommt – ein neuer Lebensabschnitt beginnt, so viel ist sicher! Letztes Jahr war Dominik Müller aus Reibertenrod einer der Abiturienten an der Albert-Schweitzer-Schule, und er hatte damals schon große Pläne: als einer von sehr wenigen Abiturienten in der ganzen Republik wurde er an der Design Akademie Berlin angenommen, zog in die Hauptstadt und begann in der Tat ein nagelneues Leben zwischen Hochschule, Studenten-WG und Fashion-Glamour.

„Es ist völlig irre, was sich in weniger als einem Jahr für mich getan hat“, freut sich der Zwanzigjährige und will seine jüngeren Mitschülerinnen und Mitschüler an der ASS ermutigen, an ihre Träume zu glauben und sich beruflich für das zu entscheiden, was ihnen persönlich wichtig ist. Obwohl er selbst immer noch am Anfang einer beruflichen Laufbahn steht, hat er sich mit seinem Spaß an dem, was er tut, schon viele Türen geöffnet: Dominik Müller fotografiert für namhafte Berliner Designer wie IVANMAN oder Marcell von Berlin, er tummelt sich backstage auf der Fashion Week und erhält obendrein noch ungemein positive Resonanz von seinen Professoren an der Akademie. Dass da Spaß und Freude nur ein Teil im Gesamtbild ausmachen, ist klar: zu so viel Erfolg gehören jede Menge Einsatz, ganz viel Können und der Wunsch, immer und immer noch besser zu werden!

Die Design Akademie bietet dem Studenten dafür beste Voraussetzungen: „Wir sind eine kleine Gruppe in unserem Studiengang – nur 28 Studenten. Davon kommen viele aus dem Ausland und bringen ganz unterschiedliche Inputs mit. Es macht unheimlich viel Spaß und bringt jeden von uns voran“, erzählt Dominik. Der Umgang mit den Professoren und Dozenten ist künstlerisch-locker und sehr intensiv, berichtet er. Jeder bekommt das nötige Feedback zu seinen Arbeiten, um sich ständig weiterzuentwickeln. „Natürlich gibt es auch Fächer auf dem Vorlesungsplan, die mich jetzt nicht so begeistern“, gibt Dominik zu, aber er kann sich innerhalb seines Kommunikations-Design-Studiums weiter spezialisieren, unnötig zu sagen, dass im kommenden Semester sein Schwerpunkt auf Foto und Film liegen wird. Denn mit seinen Fotos beeindruckt Dominik Müller mehr und mehr seine Auftraggeber und seine Professoren. Sie bestätigten ihm, dass die Arbeiten, die er zeigt, im ersten Semester sehr ungewöhnlich sind. Noch dazu, weil viele von ihnen in dem 25-qm-Zimmer einer WG im Prenzlauer Berg entstanden sind. Das hat er sich inzwischen jedoch studiotauglich ausgestattet: eine Ecke, die sehr verwandlungsfähig ist, eine Fotoleinwand, ein Studioblitz und Accessoires, die man so für gewöhnlich rumstehen hat, machen aus einem Shooting bei Dominik Müller hohe Kunst, wie auf seiner Website www.d-m-photography.com eindrucksvoll zu sehen ist. Und wie kommt es zu den Kontakten mit Designern und Models? Zum einen ist Dominic Müller selbst als Model bei einer Agentur vertreten und war zum Casting für die Fashion Week, unter anderem bei Guido Maria Kretschmer. Einige andere Models aus seiner ehemaligen Agentur waren bereits für das Label IVANMAN tätig und aus einem spontanen Shooting mit ihnen am letzten Tag der Fashion Week ist eine Zusammenarbeit mit dem Designer geworden. Noch dazu gingen die Fotos in Dominiks Abschlussarbeit im Bereich Fotografie ein. „Modells findet man aber auch auf Facebook und manchmal auch im Freundeskreis“, berichtet Dominik. „Und wenn man erstmal einen Fuß in der Tür hat, dann ist alles einfacher. Aber man muss auch dranbleiben.“ Und so war Dominik Müller aus Reibertenrod in diesem Jahr heftig auf der Fashion Week unterwegs, traf Mode-Blogger, Journalisten, Schauspieler, knüpfte Kontakte. „In Berlin geht es schnell, wenn du Talent hast und dich anstrengst“, glaubt der aufstrebende Fotograf, aber er weiß auch: „Es ist eine oberflächliche Welt, und gerade die Tage auf der Fashion Week, wo du von einer Veranstaltung zur nächsten rennst und jede Menge Input kriegst, waren super anstrengend!“ Umso mehr freut er sich auf Zuhause. Hier in Alsfeld hat er seine Familie, sieht er seine Freunde. „Und die sagen mir dann schon, wenn ich zu viel von Berlin und diesem ganzen verrückten, aufregenden Leben erzähle.“ Noch probiert er sich aus: er sucht verschiedene Stile zu fotografieren und künstlerisch tätig zu sein. Er modelt selbst und will andere Models fotografieren. Ein erster großer Schritt dahin ist das Look Book-Shooting für IVANMAN. „Als neues Projekt will ich Sportler fotografieren, vielleicht auch Schauspieler.“ Es sind offensichtlich immer die Menschen, die ihn interessieren. Sein Stil wird heute schon erkannt, und das, obwohl Dominik Müller erst am Anfang steht. Apropos Anfang:

„Wenn man Talent hat und etwas gerne machen möchte, dann sollte man es auch machen und sich nicht von anderen Meinungen unterbuttern lassen. Man sollte den Mut haben, seine Komfortzone zu verlassen, wenn man das möchte, und nicht den Weg des geringsten Widerstands gehen.“ Dass er dabei viel der Unterstützung seiner Eltern und Freunde zu verdanken hat, weiß er. Seinen Altersgenossen rät er rauszugehen, die Welt zu entdecken. „Einfach machen“, sagt er, packt seine Mappe und freut sich schon aufs nächste Shooting – in Alsfeld, Berlin oder anderswo!

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Im WG-eigenen Studio am Prenzlauer Berg entstanden diese betörenden Aufnahme.

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Modeshootings, hier Aufnahmen für das Label Marcell von Berlin, gehören inzwischen zu Dominiks Aufgabenbereich.