• Verfasser: Traudi
  • Thema: Allgemein
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„Umrahmt von Grün und Himmelblau“

Mit über 160 Einzelveranstaltungen in knapp 70 hessischen Orten feiert Hessen am 31. Mai – initiiert vom Hessischen Rundfunk, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Hessischen Literaturrat – am „Tag für die Literatur“ wieder sein kulturelles Erbe und ermöglicht es Literaturliebhabern und allen Interessierten, auf den Spuren berühmter hessischer Meister wie Goethe, Büchner oder den Brüdern Grimm zu wandeln oder unbekannte(re) und in Vergessenheit geratene Literaten wiederzuentdecken. Bei spannenden Lesungen, Ausstellungen, Spaziergängen oder Vorträgen soll die Lust auf Werke aus unserem und über unser Bundesland geweckt werden.

Auch die Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld beteiligt sich mit einem spannenden Projekt an diesem Sonntag im Mai ab 15.00 Uhr an dem bereits zum fünften Mal stattfindenden Kulturereignis. Passend zum Wonnemonat Mai locken die 22 Schülerinnen und Schüler der Klasse 7c Interessierte aus Stadt und Land hinaus in die Natur und hauchen in einer Zeitreise durch Alsfelds Geschichte den Werken von Literaten der Stadt neues Leben ein. „Umrahmt von Grün und Himmelblau“ – so der treffende Titel des von Deutsch- und Geschichtslehrer Michael Rudolf ins Leben gerufenen Projektes – laden die Schülerinnen und Schüler – auch im Namen der Kooperationspartner, dem Bürgermeister und dem Magistrat der Stadt Alsfeld, dem Förderverein der ASS und der Sparkasse Oberhessen – zu einem Literaturerlebnis der besonderen Art mitten in den Erlenpark rechts der großen Brücke ein. Bei schlechter Witterung wird das Spektakel in die Aula des Gymnasiums in der Schillerstraße verlegt.

Seit den Osterferien laufen die Vorbereitungen für die Entdeckungsreise der heimischen Dichtung und Natur auf Hochtouren. Initiiert von Projektleiter Michael Rudolf und unterstützt von Referendar Marc Schönhals haben sich die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Wochen auf Spurensuche begeben und über das Leben und die Werke örtlicher Literaten wie Frieda Bücking, Wilhelm Curtman, Karl Dieffenbach, Johanna Merck, Georg Strecker sowie Johann Just Winkelmann recherchiert und aufbauend auf ihren Ergebnissen ein buntes und vielfältiges, etwa eineinhalbstündiges Programm auf die Beine gestellt. Im Mittelpunkt werden dabei nicht nur Lesungen aus deren Werken stehen, sondern auch kreative Umsetzungen der Schülerinnen und Schüler, die die Autoren vorstellen, zum Sprechen bringen und beispielsweise mit selbstgeschriebenen Dialogen und Rollenspielen sowie eigenen Gedichten und Kurzgeschichten zum Thema „Natur“ illustrieren und bereichern. Die jungen Referenten zeigen damit, wie reich und vielfältig ihre Heimatstadt und deren Umgebung an Dichtung und Prosa über die Natur und ihr Erleben ist und gehen dabei beispielsweise der Frage nach, wie mit der Gründung des „Alsfelder Erlenparks“ 1806 als „Lusthain“ ein Bewusstsein für die Schönheit der Natur entstand. Das „Maiblasen vom Alsfelder Kirchturm“ oder das Brauchtum an Pfingsten werden dabei ebenso zur Sprache kommen wie die negativen Seiten von Natur wie Naturkatastrophen oder die Umweltverschmutzung während der Industrialisierung.

Die Gäste müssen und sollen dabei aber keineswegs passive Rezipienten bleiben – so haben die Schülerinnen und Schüler in Eigenregie auch ein musikalisches Rahmenprogramm aus typischen Liedern des Wonnemonats geschaffen, die ebenfalls wie wiederentdeckte Spiele „aus der guten alten Zeit“ zum aktiven Mitsingen und Mitmachen einladen.

                                                                              Von Cathrina Kristen