• Verfasser: Traudi
  • Thema: Allgemein
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Was zählt: Bockwurst essen und Grasschlacht spielen

Ein Tag im Wald ist heute eine Seltenheit für Kinder und Jugendliche – und das, obwohl es in unseren Breiten doch jede Menge davon gibt und so ein Wald ein schier unerschöpfliches Erlebnisfeld ist. Aus diesem Grund gehören seit einigen Jahren die Waldtage mit Förster und Waldpädagoge Cristof Crooenbrock zum Programm der Themenwoche der Fünften Klassen der Albert-Schweitzer-Schule. Denn so ein Tag im Wald schweißt zusammen, und das ist wichtig, wenn knapp dreißig Zehnjährige aus den verschiedensten Grundschulen des Einzugsgebietes neu am Gymnasium sind und in neue Klasse eingeteilt wurden.

Auch die Klasse 5c machte sich in der diesjährigen Themenwoche gemeinsam mit ihrem Klassenlehrerteam Andreas Scheuermann und Katja Oechel auf, um zu erleben, was so ein Waldtag zu bieten hat. Zu Fuß ging es von der Innenstadt nach Liederbach und von dort weiter in den Altenburger Schlosswald zum „Baumgarts Kopf“. Diesen Startpunkt mussten die Kinder nach Angaben des Försters schon mal ganz alleine finden – nur das erste Abenteuer der Schülerinnen und Schüler, die an diesem Tag noch so einiges erlebten. In kleinen Gruppen hatten sie verschiedene Aufgaben zu bewältigen, und da so eine richtige Gruppe auch einen richtigen Namen braucht, kam die Fantasie ins Spiel: „Fahrende Autos“, „Knackärsche“, „Wilde Füchse“ und „Wild Wolves“ nannten sie sich – eine sehr illustre Runde also, die den Schlosswald unsicher machte und auch selbst mit kreativen Spielen außerhalb des Protokolls für jede Menge Spaß sorgte. Auf dem Programm stand beispielsweise der Bau einer Kugelbahn. Keine leichte Aufgabe, schließlich galt es, die benötigten Materialien im Wald zu finden und beim Bau darauf zu achten, dass die Bahn abschüssig genug ist, um die Kugel rollen zu lassen. Da musste auch schon mal mit bloßen Händen im Waldboden gegraben werden – auch kein alltägliches Erlebnis für die Kids der Generation Smartphone. Ein Wissensquiz mit sportlichem Charakter hatte der Förster noch vorbereitet und natürlich den Bau einer Brücke, den alle „Waldtagler“ vor den diesjährigen Gruppen auch schon bewältigen mussten. Zur Abwechslung hieß die Prinzessin dieser kreativen Truppe allerdings Paul, und um sie zu retten, mussten sich die Mitschüler mächtig ins Zeug legen. Was sie natürlich auch taten. Ganz außerplanmäßig veranstalteten sie noch eine Grasschlacht, Jungs gegen Mädchen. Das trug zwar vermutlich nur unwesentlich zur mit dem Waldtag beabsichtigen Teambildung der Klasse bei, verursachte aber offenbar allseits viel Spaß, wie den strahlenden Gesichtern der Kinder beim Erzählen vom Waldtag an den Nasenspitzen anzusehen war.

Und was hat ihnen außer den ganzen Aktionen noch gefallen? Die Bockwurst, sind sie sich einig, denn so ein Tag an der frischen Luft macht natürlich auch hungrig. Und die Tatsache, dass sie einen fetten Regenwurm gefangen haben und ihn wieder freigelassen haben. Der Rückweg, auf dem man sich zwar ein wenig verlief, aber querfeldein doch wieder einiges an Wegstrecke gutmachen konnte. Die Kletten, mit denen sie sich neckten. Und natürlich die wartenden Eltern, die die vom Spielen und Wandern fix und fertigen Kids nach einem aufregenden Vormittag wieder abholten.

Dabei bietet so ein Waldtag nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Lehrer jede Menge Erkenntnisse. Schließlich kennen sie ihre neuen Schülerinnen und Schüler am Anfang eines Schuljahres auch noch nicht allzu lange und erleben sie dort ganz anders als in der Schule.

Und bei so viel Erkenntnis und Begeisterung ist es kein Wunder, wenn sich alle einig sind, dass sie den Waldtag gerne wiederholen würden. Allerdings nur, wenn es wieder Bockwurst gibt!