• Verfasser: Traudi
  • Thema: Presse-AG
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ZUKUNFT 3:0 – WIE WERDEN WIR LEBEN?

Qué será, será?“ – Was wird sein? Die Frage nach der Zukunft beschäftigte die Menschen schon zu allen Zeiten. Alte wie junge Menschen fragen sich, was die Zukunft bringen wird. Und wie das so ist mit dem Ungewissen, macht die Zukunft uns eher unsicher und stellt uns vor viele Fragen. Wie gehen Jugendliche mit der Frage nach der Zukunft um? Wie stellen sie sich ihr Leben vor? Was wünschen sie sich? Was fürchten sie? Was wird ihnen wichtig sein? Die Presse-AG der Albert-Schweitzer-Schule ging dieser Frage einmal nach und fragte Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren, wie sie ihr Zukunfts-Ich sehen.

Wie wird mein Leben sein?

Die meisten Jugendlichen sehen ein „lebhaftes Leben“ vor sich: Sie möchten oft verreisen, Erfahrungen und Erlebnisse sammeln. Viele von ihnen möchten daher nach dem Abitur ins Ausland gehen, dort Menschen und Kulturen kennenlernen. „Mein Leben soll nicht langweilig sein, es soll Spaß machen und ich möchte es nicht mit Chips vor dem Fernseher verbringen“, bringt die 14-jährige Lisa* die Wünsche vieler Gleichaltriger auf den Punkt. Die überwältigende Mehrheit der Befragten möchte sich – falls es die Zeit erlaubt – auch später sozial engagieren. Einige wenige tun dies heute schon.

Wo und wie werde ich leben?

Der Wohnort ist für viele der Befragten sehr wichtig. „An meinem Wohnort möchte ich mich zuhause und geborgen fühlen“, drückt es die 14-jährige Amelie* aus. Die Jugendlichen – übrigens fast alles Mädchen – denken über verschiedene Wohnformen in unterschiedlichen Lebensabschnitten nach: Mit Freunden in einer WG zu wohnen und später mit der eigenen Familie im eigenen Haus, ist eine häufig genannte Option, falls man in einer Gegend wohnt, wo man sich Eigentum leisten kann. In der (Groß-) Stadt würde man sich auch gut eine Mietwohnung vorstellen können. Die meisten Jugendlichen zieht es jedoch gar nicht so sehr in die Großstadt. Wichtig ist für sie meistens, in der Nähe von Familie und Freunden zu sein.

Wie wird meine familiäre Situation sein?

Auch über diese Frage denken die jungen Leute heut schon sehr konkret nach, obwohl sie wissen, dass viele Dinge offen sind. Alle wollen sie später in einer Partnerschaft oder Familie mit Kindern leben. Heiraten spielt dabei allerdings keine vorrangige Rolle. Sehr konkrete Angaben wie „Ideal wären drei Kinder mit dem richtigen Partner“ oder „Ich würde dann gerne ein Pflegekind aufnehmen“ sind fast die Regel. Manche der Jugendlichen lassen diese Frage aber auch ganz entspannt auf sich zukommen.

Welche Bedeutung spielen soziale Beziehungen?

Freundschaften sind für alle Befragten sehr wichtig. Die meisten Jugendlichen wünschen sich, ihre besten Schulfreundschaften über die Jahre zu bewahren, sind sich aber auch darüber im Klaren, dass sie einige Freundschaften nicht werden weiterpflegen können. „Zu sehr enggebundenen Freunden aber wird weder die Zeit, noch die Entfernung eine große Rolle spielen“, ist sich Amelie sicher. Gleichzeitig freuen sie sich auch darauf, später in Schule, Ausbildung oder Beruf neue Freundschaften zu schließen.

Wie wird meine wirtschaftliche Lage sein?

Eine spannende Frage, über die sich die Jugendlichen tatsächlich ihre Gedanken machen. Für die meisten scheint das Ziel zu sein, ihre wirtschaftliche Lage zu halten. Einige wollen sie auch gerne verbessern, aber alle sind sich einig: Man muss nicht unbedingt reich sein. Statussymbole sind den meisten Befragten eher unwichtig – zumindest als sichtbare Zeichen nach außen. Ein wenig Komfort allerdings hätten einige schon sehr gerne, während andere sich bei vielem mit dem Durchschnitt zufrieden geben wollen und ihr Geld lieber sparen möchten.

Welche Bedeutung hat der Beruf?

Alle der jungen Befragten äußerten sich dahingehend, dass Beruf und Karriere längst nicht alles sind: Er soll Spaß machen, zu einem passen. Manche wollen ihre Musik darin unterbringen, andere wissen jetzt schon, dass sie keinen Bürojob machen wollen, sondern sich bewegen müssen. Für alle Jugendlichen ist klar, dass beruflicher Erfolg mit einem guten Schulabschluss einhergeht. Alle sind deshalb relativ ehrgeizig. „Für mich ist ein Schlussabschluss sehr wichtig, da ich gerne etwas machen möchte, das nicht jeder machen kann oder darf, zudem finde ich Leistung sehr wichtig, denn ohne Fleiß, kein Preis!“, lautet eine Antwort der Jugendlichen.

Sie wünschen sich, dass sie später in der Regel gerne zur Arbeit gehen und einen Beruf finden, der sie einerseits ausfüllt und ernährt, ihnen andererseits aber auch Zeit für Freunde und Familie lässt. Die 14-jährige Jessica* sieht das so: „Bei meiner Arbeit kommt es mir als erstes darauf an, ob ich Spaß an meiner Arbeit habe, danach wie viel ich verdiene. Natürlich ist das auch wichtig, aber mal ehrlich, ich würde lieber bei einem Bäcker arbeiten, was mir Spaß macht, wo ich nicht so viel verdiene, als langweilig in einem Büro zu sitzen und die ganze Zeit nur Anrufe entgegenzunehmen. Und meine Freizeit ist mir sehr wichtig, vielleicht sogar etwas wichtiger, als meine Karriere.“

Was macht mir Angst?

Die großen aktuellen Gesellschaftsthemen beschäftigen ganz deutlich eher die älteren der befragten Jugendlichen. Sie gaben an, dass sie vor persönlichen Katastrophen wie Krankheit oder Tod in der Familie Angst haben. Global beschäftigen sie Fragen wie Terror und Krieg, die Flüchtlingsfrage und der Umgang mit Energie: „Zum Beispiel habe ich Angst davor, dass ich oder eine für mich wichtige Person erkrankt, denn das wäre sehr schlimm für mich. Außerdem habe ich aufgrund der heutigen Lage auf unserer Erde ein wenig Angst vor Krieg und hoffe, dass dies nicht passieren wird“, schreibt die 15-jährige Jana*. Ganz pragmatisch jedoch sieht das Jessica: „Das hört sich vielleicht etwas schräg an“, meint sie, „aber ich habe tatsächlich Angst vor nichts, da das ganze Leben Höhen und Tiefen hat. Ich könnte mich auch vor dem morgigen Tag fürchten, mach‘ ich aber nicht, denn es kann ja sein, dass morgen ein richtig toller Tag wird.“ Auch die 13-jährige Annika hat keine Angst vor der Zukunft. Nicht zuletzt, weil sie auch in sich selbst Vertrauen hat: „Ich würde mich selber als ehrlich, ehrgeizig, und selbstbewusst beschreiben. Ich kann gut mit meinen Mitmenschen umgehen und bin sehr vertrauenswürdig. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass mich meine Fähigkeiten etwas leiten werden.“

Welche Werte sind wichtig:

Welche Werte ihnen wichtig sind, darüber äußerten sich die Jugendlichen ebenfalls sehr konkret:

„Für mich spielen Ehrlichkeit, Familie und Freiheit eine große Rolle. Man sollte nicht lügen, da es in den meisten Fälle sowieso nichts bringt. Familie ist wichtig, da ich ohne meine Familie einfach nicht leben könnte, sie gibt mir Kraft und Mut, um schwierige Aufgaben zu lösen. Freiheit ist für mich einer der wichtigsten Werte, denn wer möchte denn gerne eingesperrt oder abhängig von Familie oder Staat sein?“ (Jessica*)

„In meinem ganzen Leben werde ich sehr viel Wert auf Mitgefühl, Ehrlichkeit und Familie legen.“ (Jana*)

„Mein Leben bestimmen Werte wie Selbstständigkeit und Authentizität sowie Fairness, Gerechtigkeit und Zufriedenheit.“ (Jenny*)

„Mein Leben bestimmen unter anderem die Werte Mitgefühl und Ehrlichkeit, aber auch noch einige andere.“ (Hannah*)

„Leistung, Perfektionismus, soziales Engagement, Freunde und Familie, Selbstbewusstsein, Spaß“. (Lisa*)

*Alle Namen sind von den Verfasserinnen verändert worden und für dieses Projekt frei dazu erfunden.