Zukunftschancen kennen, Informationsquellen nutzen

335 Studienfächer, mehr als 16.000 Studienangebote, 387 Hochschulen allein in Deutschland; 350 betriebliche Ausbildungsberufe, 135 schulische Ausbildungen: mit Fug und Recht kann man sagen, dass die Möglichkeiten für junge Menschen nach ihrem Schulabschluss zwar durchaus vielfältig, aber auch ziemlich unübersichtlich sind.

Nichtsdestotrotz müssen sich junge Erwachsene genau dieser Problematik stellen: Welchen Beruf möchte ich ergreifen? Welche Berufe gibt es überhaupt in meiner Interessenslage? Wie sind die Zukunftsaussichten? Und vor allen Dingen, wie komme ich überhaupt dran? Diese Fragen stellen sich für Gymnasiasten und Schülerinnen und Schüler der Fachoberschulen nicht erst mit dem Abitur, sondern schon viel früher – die Orientierungsphase beginnt meist schon in der ehemaligen Jahrgangsstufe 12, der aktuellen Q-Phase. Antworten auf diese Fragen bieten zum einen die Berufsagenturen für Arbeit, mit denen die Schulen des Vogelsbergkreises eng zusammenarbeiten. Zum anderen sehen sich aber auch die Schulen selbst in der Pflicht, ihre jungen Menschen bestmöglich auf ein Leben nach dem Abitur oder der Fachhochschulreife vorzubereiten. Seit mehreren Jahren bereits tut die Albert-Schweitzer-Schule dies mit den „Oberstufen-Info-Tagen“, dem „Filetstück“ in dem umfassenden Angebot zur Berufs- und Studienorientierung, wie Schulleiterin Elisabeth Hillebrand zur Eröffnung der beiden Tage am vergangenen Mittwoch unterstrich.

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Das „Filetstück“ im „Haus der Berufs- und Studienorientierung“ der
Albert-Schweitzer-Schule stellte Schulleiterin Elisabeth Hillebrand vor.

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Marco Sankewitz und Gerrit Lepper von Bundesagentur für Arbeit informierten in der Aula der Schule.

Denn in diesen zwei Tagen sind nicht nur zahlreiche Firmen und Einrichtungen in dem Oberstufenstandort der Schule in der Krebsbach vertreten, sondern auch eine ganze Reihe von Berufspraktikern, die den jungen Menschen Einblicke in den Alltag ihres bevorzugten Berufes geben. Nicht nur die Albert-Schweitzer-Schüler nutzen diese Gelegenheit: sowohl das Lauterbacher Alexander-von-Humboldt-Gymnasium als auch die dort ansässige Vogelsbergschule schicken ihre Schülerinnen und Schüler zu dieser Veranstaltung nach Alsfeld. Die Max-Eyth-Schule, direkt neben der Albert-Schweitzer-Schule in der Krebsbach angesiedelt, beteiligt sich ebenso an den Info-Tagen – mit ihren Schülerinnen und Schülern, aber auch als weiterer Veranstaltungsort für Vorträge. Und davon gab es nicht wenige an diesen beiden Tagen: Themen wie verschiedene Studiengänge und akademische oder nichtakademische Berufsbilder wurden bearbeitet, es gab Informationen zu FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) und BFD (Bundesfreiwilligendienst), Material und Gespräche über das Duale Studium oder eine Karriere bei Polizei oder Bundeswehr. In einem MINT-Café informierten Frauen über ihre Erfahrungen in „typisch männlichen“ Berufen: eine Gießerei-Ingenieurin, eine Mathematikerin, ein Bau-Ingenieurin und eine Ärztin sprachen sowohl über ihren Berufsweg als auch über ihre Karriere und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deutlich wurde dabei, dass „typisch weiblich“ oder „typisch männlich“ keine Kriterien für eine Berufswahl sein sollten.

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Heidi Kranz (rechts im Bild) von Volunta und Miriam Jaeger (links)
vom Internationalen Bund informierten über FSJ und BFD

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Frauen in „Männerberufen“: die Gießerei-Ingenieurin sprach über ihren Werdegang in einer Männerdomäne.
Offensichtlich  interessierte das auch die Jungs!

Vorbereitet hatten sich die Schülerinnen und Schüler auf vielfältige Art und Weise auf diese zwei – für manche vielleicht tatsächlich zukunftsweisenden – Tage: Mit einen Geva-Test hatten sie ihre Interessen und Fähigkeiten ermittelt. „Dieser Test ist der beste, der aktuell auf dem Markt ist. Wir freuen uns sehr, dass wir diesen nicht ganz billigen Test unseren Schülern derzeit noch kostenlos anbieten können“, so Elisabeth Hillebrand. Darüber hinaus hatten die Gymnasiasten anhand von Flipcharts Wegweiser durch den Begriffedschungel erstellt. Zentral in der Aula platziert, gaben diese Ausarbeitungen den Interessenten Informationen über Zulassungsbedingungen, Finanzierungsmöglichkeiten und vieles andere mehr.

Von der Bundesagentur begleiteten Gerrit Lepper, Marco Sankewitz und Horst Knack die Veranstaltung. Sie lobten das Engagement der durchführenden Schule sowie die hohe Qualität und den hervorragenden Informationsgehalt der Oberstufen-Info-Tage.

Diese waren übrigens zum wiederholten Mal mit der Ausbildungsmesse „Martkplatz Ausbildung“ in der Hessenhalle verknüpft, sodass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit hatten, sich auch dort vertieft zu informieren.