• Verfasser: Traudi
  • Thema: Allgemein
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Zurück zur Normalität

Wander- und Methodenwoche der Albert-Schweitzer-Schule interessiert auch den HR

Endlich wieder Klassenfahrten, endlich wieder Exkursionen, endlich wieder Normalität. Alles mit Abstrichen, alles mit Regeln – und dennoch: Die Schulgemeinde der Albert-Schweitzer-Schule ist froh, dass es in diesem Jahr wieder gelungen ist, eine prall gefüllte Wander- und Methodenwoche anzubieten und auch umzusetzen. „Dieses Schuljahr hat hundertmal besser angefangen als das letzte“, bringt die Zehntklässlerin Charlotte Sorg es auf den Punkt, die gemeinsam mit allen Schülerinnen und Schülern ihres Jahrgangs auf Klassenfahrt in Berlin war und es sehr genossen hat, wieder unterwegs zu sein und das zu tun, was unter Pandemiebedingungen in der Hauptstadt möglich war: der Besuch von kulturellen und historischen Orten und Einrichtungen, aber auch viel Freizeit mit verschiedenen Angeboten, die allen viel Spaß machten.

Auch Schülerinnen und Schüler anderer Jahrgangsstufen waren unterwegs: Die Sechstklässler fuhren mit ihren Klassenleitungen geschlossen nach Bad Kissingen in die Jugendherberge. In der dortigen Umgebung konnten sie viel erleben: Eine Stadtrallye, ein Klettergarten, Bogenschießen und eine Erlebnispfad standen auf ihrem Wochenplan. Auch die Abschlussklassen, die Q3er, konnten in diesem Jahr wieder auf Reisen gehen – wenn auch Auslandsfahrten noch nicht wieder erlaubt waren. Im Chiemgau, in München oder Hamburg oder an der Ostsee tummelten sie sich mit ihren Tutoren und freuten sich, dass sie als Klasse noch einmal gemeinsam unterwegs sein konnten, bevor sie im kommenden Jahr der Abiturstress ereilt und sie danach in alle Richtungen verstreut werden.

Klassenfahrt an die Ostsee

Doch auch für diejenigen Klassen, die nicht auf große Reise gehen konnten, war in der Wander- und Methodenwoche, federführend organisiert vom stellvertretenden Schulleiter Thomas Weidemann, gesorgt: Die Fünftklässler konnten verschiedene Aktionen zum Thema „Klasse werden“ in Angriff nehmen. Dazu gehört schon seit vielen Jahren ein ausgedehnter und erlebnisreicher Waldtag sowie ein Tag unter sozialpädagogischer Anleitung, denn für viele der etwa Zehnjährigen bedeutet der Wechsel an eine so große Schule mit so vielen Schülerinnen und Schülern einen tiefen Einschnitt, der gut begleitet werden will. Neben diesen beiden Tagen stand auch ein informativer und ausführlicher Besuch in der Stadtbücherei auf dem Plan.

Die siebten Klassen verbrachten die Woche unter dem Motto „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Hier kommen seit vielen Jahren verschiedene, meist krisenbehaftete Themen zum Gespräch. Am Ende geht es darum, einen möglichst guten Umgang mit Sorgen und Nöten zu finden und seine Persönlichkeit sowie die Identität der ganzen Klasse zu stärken – schließlich kommen auch die Siebtklässler in neuen Klassenverbänden zusammen und müssen sich als Gruppe erst wieder finden. Ein Highlight in dieser Woche war für sie der Besuch des Kletterwaldes auf dem Hoherodskopf.

Eine ganze Woche Projektarbeit mit den Klassenlehrern absolvieren die achten Klassen in der Wander- und Methodenwoche. Die Themen variieren in jeder Klasse abhängig von den Interessen der Schülerinnen und Schüler, aber auch von den Fächern der Lehrkräfte. „Kooperatives Arbeiten in Mathe und Physik“ war eins der Themen, genauso wie „Einblicke in MINT“ oder „Antike Helden“. Auch Exkursionen wurden zu den einzelnen Themen angeboten, beispielsweise ins Mathematikum oder nach Kassel-Wilhelmshöhe.

Die Neuntklässler bereiteten sich auf die anstehenden Betriebspraktika vor und konnten verschiedenen Unternehmen in der Region besuchen und kennenlernen, teilweise entsandten die hiesigen Betriebe auch ihre Mitarbeiter in die Schule: Druckerei, Krankenhaus, Bank, Verwaltung, Forst und zwei produzierende Unternehmen hatten sie im Angebot.

Projektarbeit gab es auch für die E-Phase. Sie widmeten sich je nach Klasse den unterschiedlichsten Themen wie „Religion – was soll das?“ oder „Das Phantastische in der Literatur und im Film“. Sie besuchten das Institut Mesocosm und arbeiteten im Schülerlabor oder es führte sie hinaus in die Natur mit Fahrrädern, Kanu oder zum Klettern. Auch ein Tag für einen Erste-Hilfe-Kurs stand ihnen zur Verfügung.

Blieben noch die „Q1er“, die sich der Berufs- und Studienorientierung widmeten. Sie beschäftigten sich mit „Wegen nach dem Abitur“, erlernten Recherchetechniken und informierten sich mit Hilfe des BIZ-Mobils. Der PoWi-Leistungskurs fuhr für zwei Tage nach Wiesbaden in den Landtag.

„Wir freuen uns sehr, dass wir diese Angebote in diesem Jahr wieder alle machen können“, so Christian Bolduan. Er hatte kurz nach der Woche Besuch vom Hessischen Rundfunk, der einen Beitrag über das Schulleben in diesen Tagen produzierte. Gemeinsam mit Charlotte Sorg und ihrem Mitschüler Rufus Luckard sprach er über Pflichten und Erleichterungen, über Corona-Tests und Homeschooling. Einhellig waren alle der Meinung, dass es jetzt wieder ziemlich gut laufe, dass die Schulgemeinde im Großen und Ganzen die Maßnahmen mittrage und man jetzt wieder zuversichtlich, wenn auch vorsichtig planen könne. „Wir hoffen natürlich sehr, dass wir im nächsten Jahr auch unsere Auslandsaktivitäten wieder aufnehmen können“, so der Schulleiter, der trotz allen Optimismus zu bedenken gibt, dass viel vom eigentliche Schulleben, Schulentwicklung und Perspektiven, auf der Strecke geblieben ist, weil Corona viel Zeit und viele Ressourcen verschlungen habe. „Doch wir schauen nach vorn. 90 Prozent unserer Oberstufenschüler sind geimpft, und in den unteren Jahrgängen ist – sofern es vom Alter her möglich ist – eine große Impfbereitschaft festzustellen. Und so hoffen wir, dass wir immer weiter in Richtung Normalität gehen.“