Würdigung schulischer Leistungen
Albert-Schweitzer-Schule ehrt mit der Veranstaltung „klASSe Momente“ Projekte und Schulgemeinschaft
Schöne Musik der schulischen Ensembles, wertschätzende Worte, Albert-Magnete und Urkunden – all das gab es vor wenigen Tagen anlässlich der „klASSe Momente“. Mit dieser Veranstaltung ehrt die Albert-Schweitzer-Schule einmal im Jahr Mitglieder der Schulgemeinde für hochkarätige Leistungen, außergewöhnliches Engagement und interessante Projekte.

Schulleiter Christian Bolduan freute sich sehr, zahlreiche Ehrengäste und Kooperationspartner, Vertreter des Fördervereins sowie Schülerinnen und Schüler und ihre Familien in der Aula der Schule am Oberstufenstandort des Gymnasiums zu begrüßen. Mit den klASSe Momenten sei ein Format gefunden, dass die Leistungen und das Engagement der Schule gebündelt zeigen. Ebenso werde deutlich, wie wertvoll ein Netzwerk mit externen Akteuren sei. Gerade dies – Anstrengungen, die über den schulischen Rahmen hinausgingen und Kooperationen mit außerschulischen Partnern und an außerschulischen Lernorten – schaffe ein Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler und sorge für nachhaltige Erfahrungen und Eindrücke.

Neu war in diesem Jahr, dass die klASSe Momente-Veranstaltung zusammen mit dem aktuellen Abiturjahrgang durchgeführt wurde. Die Abiturienten organisierten an diesem Abend zum zweiten Mal ihre Kunstaustellung „ABBI-Art“, in der Bilder, Fotos und Plastiken, die im Unterricht und in der Freizeit entstanden, der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Am Ende des Abends wurden dann vier Bilder versteigert.
Eingerahmt wurden die einzelnen Programmpunkte von Musik der beiden Bläserklassen unter der Leitung von Sandra Cimiotti – auch dies ein Erfolgsprojekt der „Schule mit Schwerpunkt Musik“ – und der Big Band der Schule mit Bandleader Martin Wilhelm.
Als erstes auszeichnungswürdiges Projekt stellte die Deutschlehrerin Sabrina Bickert-Ernst den Schreibwettbewerb im Rahmen des Schulnetzwerks „WERTvolle Schulen“ vor. Dieser wurde ins Leben gerufen, um sowohl Werte als auch die Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern zu stärken. Kreative Fabeln, Essays sowie Kurzgeschichten konnten im vergangenen Jahr zum Thema „Dankbarkeit und Wertschätzung“ eingereicht werden. Auch die ehemalige Klasse 6a nahm daran teil. Aus ihrer Preisträger-Fabel las die Schülerin Nia Liebelt vor. Gemeinsam mit Julian Decher und Damina Wald war sie unter den TopTen in Deutschland.

Schreibenderweise ging es weiter: Schülerinnen und Schüler der heutigen Klasse 6a hatten gemeinsam mit ihrer Lehrerin Agneta Seim klassische Brieffreundschaften mit einer Schule im italienischen Triest geknüpft. Zusätzlich hatte die Klasse für ihre neuen italienischen Freunde eine Broschüre über Alsfeld hergestellt. Diese „Europabroschüre“, schön mit vielen Bildern aus Alsfeld gestaltet, zeigt die große Verbundenheit zur hiesigen „Schulstadt“. So entstand für die Italiener eine ganz besondere Alsfeld-Image-Broschüre, mit der die Fünftklässler eine schöne Facette Europas präsentierten, nämlich Austausch, Europa-Gedanke und gegenseitiges Kennenlernen.

Auch bei den Berufspraktika, die die Oberstufenschüler absolvieren müssen, wurden zwei besondere Leistungen hervorgehoben. Fidan Kreuder und Nora Koblitczek hatten ihr Praktikum auf Malta und in Spanien absolviert. Dies wurde im Rahmen des Erasmus-Europa-Programms gefördert. Während Fidan Kreuder sich auf Malta der so schönen wie köstlichen Kunst der Konditorei hingab, sammelte Nora Koblitzcek Erfahrungen auf einer Öko-Farm. Beide berichteten von einer beeindruckenden Zeit, die ihnen die Schule mitermöglicht habe.
Von Europa in den Weltraum – auch das ist an der Albert-Schweitzer-Schule nur ein kurzer Weg: Unter der Leitung von Martin Wilhelm hatten Schülerinnen und Schüler des Astro-Physik-Kurses eine mit zahlreichen Sensoren für Höhe, Geschwindigkeit, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Infrarotstrahlung und Luftdruck sowie einem GPS-Tracker und einer Kamera vollgepackte Sonde auf den Weg in Richtung Weltall geschickt. Gelandet war diese nach einem längeren Flug im thüringischen Merkers. Davon und den weiteren Ergebnissen der Aktion berichteten die Schülerinnen und Schüler in einem Film. Finanziell und sachlich unterstützt wurden sie dabei vom Vogelsbergkreis als Schulträger, dem Lions-Club Lauterbach-Vogelsberg sowie dem Förderverein der ASS und dem Mauszentrum.

Eines der Highlights des letzten Jahres war die Errichtung eines Artenschutzhauses. Die Wald-AG unter der Leitung von Dr. Florian Meister und in Kooperation mit HessenForst, vertreten von Förster Tobias Behlen war dafür bereits mit dem Nachhaltigkeitspreis der Rhön-Energie ausgezeichnet worden. Hier zeigten die Schülerinnen und Schüler einen hochinteressanten Film. Auch sie wurden – erneut – geehrt.

Die Bandbreite der Aktivitäten an der Albert-Schweitzer-Schule ist groß – dies belegte ein weiteres ausgezeichnetes Projekt, das sich mit KI befasste: Im Rahmen der Methodenwoche hatte sich die Klasse 7b unter der Leitung von Christiane Kasper und Judith Maaser mit der Unterstützung des Informatikers Mortimer Markert mit Helene Schweitzer, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft vernachlässigten Ehefrau des Schulnamensgebers, befasst. Sie bauten ihr eine virtuelle Person, die mit Hilfe der KI viele als Ansprechpartnerin für zahlreiche Fragen aus dem Leben von Helene Schweitzer, geb. Bresslau, diente. Dabei lernten sie viel über das Prompten und die Fallstricke, die die Künstliche Intelligenz neben allen Verlockungen auch bereithält.

Im zweiten Teil des Abends luden die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten zu einem Kunstgespräch ein. Nicht ohne Hintergedanken plauderten Milena Pepler und Leonardo Lopes Jilg mit der Kunstfachlehrerin Juliane Östreich über die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, über Stile und Wirkungen sowie die Bedeutung von Kunst für die Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern. Das Gespräch endete mit der Versteigerung von vier ausgewählten Kunstwerken junger Künstlerinnen und Künstler des Abi-Jahrgangs; der Erlös wird dem Abiturjahrgang zugutekommen.
Die Albert-Schweitzer-Schule hatte an diesem Abend erneut gezeigt, wie vielfältig und leistungsstark das Schulleben sein kann. Dazu ergaben sich am Rand der Veranstaltung noch viele Gespräche. Auch die große Wertschätzung durch die Schulgemeinde und das Publikum wird nachhallen und sicher auch im aktuellen Schuljahr zu neuen Aktivitäten motivieren.
Text: Traudi Schlitt und Thomas Weidemann, Bilder: Thomas Weidemann
