• Verfasser: Traudi
  • Thema: Abitur
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Auch in Zukunft den Werten des Namensgebers verpflichtet bleiben

Zeugnisfeier für 87 Abiturientinnen und Abiturienten an der Albert-Schweitzer-Schule

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Walpurgiskirche begann am vergangenen Freitag die feierliche Verleihung der Abiturzeugnisse an der Albert-Schweitzer-Schule. Wie stets war die Kirche mit Abiturientinnen und Abiturienten und ihren Familien gut gefüllt, wird der Gottesdienst doch von den jungen Menschen zum größten Teil selbst gestaltet. Sie hatten ihm ihr Abi-Motto „Abbimania – here we never go again“ zugrunde gelegt und bereicherten diese Stunde mit viel Musik, einer schönen Wunschsternaktion und bewegenden Worten. Schulpfarrerin Katja Dörge ermutigte die jungen Menschen in ihrer Predigt, sicheren Boden zu verlassen, nach den Sternen zu greifen und sich in Gott aufgehoben zu fühlen. „Sucht eure Träume, eure Werte, eure Leidenschaften. Ihr tragt alles, was ihr braucht und was euch ausmacht, in euch!“, rief sie ihnen zu.

In der Aula der Albert-Schweitzer-Schule am Oberstufenstandort in der Krebsbach begrüßte wie immer die Bigband unter der Leitung von Martin Wilhelm die Abiturientinnen und Abiturienten und ihre Familien mit viel Musik. Studienleiter Holger Palm eröffnete den Abend und wandte sich ganz besonders an die siebenundachtzig jungen Menschen, die erfolgreich an der ASS das Abitur abgelegt hatten. „Heute ist ein Moment zwischen Abschied und Aufbruch, zwischen dem, was war, und dem, was kommt“, stimmte er auf die weiteren Ansprachen ein. An diesem Tag feiere man mehr als eine Note: Die Schülerinnen und Schüler hätten Geduld bewiesen und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Als Ehrengäste konnte Holger Palm den Ersten Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten Patrick Krug, Bürgermeister Stephan Paule und Mark Schäfer, den Vorsitzenden des Schulelternbeirats, begrüßen.

Patrick Krug, wie Stephan Paule ehemaliger Schüler der ASS, unterstrich, dass die Schule ein gutes Fundament fürs Leben schaffe, das weit über den reinen Unterrichtsstoff hinausgehe. Mit Blick auf die vielen Krisen und Konflikte der Zeit betonte Krug, dass Zukunft nicht einfach geschehe, sondern dass jede und jeder sie selbst mitgestalten könne: „Mit dem Mut, Neues zu wagen und Wege auch einmal zu verlassen.“

Stephan Paule wies auf die Gegenseitigkeit von Freiheit und Verantwortung hin, getragen von den Werten, die die Schule vermittelt habe. Dafür dankte der Rathauschef sowohl der Schulgemeinschaft als auch den Eltern, die ihre Kinder bis zum Abitur unterstützt hätten.

Für die Schulleitung sprach an diesem Abend der stellvertretende Schulleiter Thomas Weidemann. Er nutzte die Namensfindung des Alsfelder Gymnasiums vor siebzig Jahren als Beispiel für Mut und Haltung: Mit Wally Krause hatte die Mutter einer Schülerin ihr Wort für Albert Schweitzer als Namensgeber erhoben – gegen die Vorschläge einer ganzen Reihe männlicher Honoratioren. „Ein Leben praktischer Menschenliebe, wahrer Humanität und Ehrfurcht vor allem Lebendigen“ könne man von ihm lernen, Tugenden die „begeisterungsfähige Inhalte für unsere Jugend sind, nicht leere Namen!“ So sei es bis heute geblieben, resümierte Weidemann: Sowohl der damals sehr couragierte Einsatz als auch die Werte Albert Schweitzers seien wichtige Handlungsempfehlungen für junge Menschen, die die Zukunft mitgestalten wollten: „Das Bekenntnis zu praktischer Menschenliebe, Humanität und Ehrfurcht vor allem wahrhaft Lebendigen. Und diese Inhalte sollten für euch als junge Erwachsene, als die Zukunft unseres Gemeinwesens immer noch Verpflichtung sein. Ihr seid die Zukunft dieses Landes, egal welche Berufe ihr ergreift, tretet mutig für die Ziele ein, die Albert Schweitzer damals schon formulierte. Das kann man im Verein tun, am Ausbildungsplatz oder im Studium. Man kann sich politisch engagieren, man kann sich sozial engagieren, das geht überall!“

Gleich im Anschluss an diesen Appell wurden Abiturientinnen und Abiturienten ausgezeichnet, die sich mit verschiedenen Leistungen hervorgetan haben. Dazu trat zunächst Schulleiter Christian Bolduan, der sich sichtlich über das herausragende Engagement des Jahrgangs freute, ans Mikrofon.

Als Jahrgangsbeste mit einem Abiturdurschnitt von unter 1,5 wurden geehrt: Sophie Gertler, Lotta Liebau, Lukas Farid Wagener, Nia-Marie Kröning, Elian Tristan Semmler, Karlotta Eurich, Leonie Althaus, Jette Noa Ehrhardt-Gerst, Nora-Marie Koblitczek, Lisa Sippel, Finnja Riegelmann, Fidan Johannes Kreuder, Jannis Elias Engel, Dennis Rosner, Marie Hanna Kneußel, Beatrice-Karina Martini, Johanna Gerold, Ben Onyekwere und Nils Rheintal.

Die Ehrungen der verschiedenen Fächer und des Schulsozialehrenpreises nahmen Martin Wilhelm und Daniel Wolf vom Schulleitungsteam vor:

Den Abiturpreis Mathematik der Deutschen Mathematiker-Vereinigung erhielten Lukas Farid Wagener und Elian Tristan Semmler.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker lobt für die jahrgangsbesten Abiturienten im Fach Chemie den GDCh-Abiturientenpreis aus. Dieser ging auf Vorschlag der Schule an Ben Onyekwere, Nia-Marie Kröning und Nils Rheintal.

Der Abiturientenpreis Physik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ging an Micha Oertel und Grazian Haschler.

Eine Ehrung für herausragende Leistungen im Fach Biologie in der Qualifikationsphase und im Abitur erhielten Sophie Gertler, Maxin Krüßmann und Lotta Liebau.

Des Weiteren wurde Janis Reeg von der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ausgezeichnet.

Den Preis des Vereins Deutsche Sprache für das beste Deutschabitur erhielten Lisa Sippel und Sophie Gertler.

Im Fach Religion wurde Lukas Farid Wagener mit einer Würdigungsurkunde der Evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau (EKHN) bedacht.

Der Verein der Historiker und Historikerinnen Deutschlands würdigte die Leistung von Elian Tristan Semmler.

Nach der Zeugnisverleihung sprachen die Jahrgangsbesten. Sophie Gertler, Lotta Liebau, Lukas Farid Wagener, Nia-Marie Kröning blickten unterhaltsam und eloquent auf ihre Schulzeit zurück – angefangen von blau eingebundenen Heften bis zum Umgang mit ChatGPT über Kursfahrten, Mottowoche und Partys. Gleichzeitig sahen sie sich vielen Abschieden und letzten Malen gegenüber, da sie nun einen neuen Lebensabschnitt betreten. Den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft stellen sie sich bewusst: Krisen, Klimawandel, Kriege und eine Berufswahl angesichts der Aufgaben, die die KI mehr und mehr übernehmen könnte. Sie dankten ihren Lehrkräften und ihren Familien für deren Unterstützung und vergaßen auch sich selbst nicht: ihren Jahrgang, ihre Mitschüler und Mitschülerinnen, die sie stets getragen haben.

Eine besondere Ehrung wurde zum Abschluss des Abends noch Fidan Johannes Kreuder zuteil. Er erhielt den Schulsozialehrenpreis. Dafür hatte Martin Wilhelm eine eigene Laudatio vorbereitet: „Fidan Johannes Kreuder erzielte nicht nur hervorragende schulische Leistungen, sondern übernahm Verantwortung bei der Organisation großer Projekte wie beispielsweise dem SV-Wintermarkt und dem Fastenbrechen im Albert-Schweitzer-Jahr, und er engagierte sich als Klassen- und Kurssprecher sowie im SV-Vorstand für die Schulgemeinschaft.“ Sein Engagement zeige sich aber besonders in den „kleinen Gesten des Alltags, die leicht übersehen werden und doch einen großen Unterschied machen: aufmerksames Beobachten und empathischen Handeln.“ Der Preis des Namensgebers der Schule sei wie für ihn gemacht.

Mit den Klängen der Bigband nahm ein besonders für die Abiturientinnen und Abiturienten einzigartiger Abend sein Ende. Sie ziehen nun hinaus – und sicher werden sie noch oft an ihre Schulzeit und den Abschlussabend denken.

Die Tutorenkurse des Abiturjahrgangs 2026

Biologie – Tina Kester
Physik – Christian Ortwein
Geschichte – Michael Rudolf
Englisch – Margot Lorenz
Chemie – Daniel Wolf

Text: Traudi Schlitt, Bilder: Dirk Stepf, Jahrgangsbild: Maxime Bohn