• Verfasser: Traudi
  • Thema: Presse-AG
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Jugendwörter im Lauf der Zeit

Jugendwörter im Spiegel der Zeit

Jugendsprache gab es schon immer. Alex Malenyuk und Lennard Fink von der Presse-AG der Albert-Schweitzer-Schule haben sich damit befasst und interessante Parallelen von Gestern und Heute gefunden.

Jugendwörter und deren Entwicklung

Von Alex Malenyuk

Es ist keine Neuheit, dass Jugendliche andere Begriffe benutzen als Erwachsene. Aber seit wann ist dies so?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten, da es auch früher schon Abweichungen in der Sprache gab. Die ersten schriftlich gefestigten Jugendwörter gab es um 1900; die Wörter lauteten „Famos“ oder „Delicat“. Diese Wörter waren eine Umschreibung für die Bewunderung einer Leistung. Die erste richtige Wahl zum Jugendwort des Jahres fand 2008 statt. Allerdings stieß sie auf viel Kritik, da Jugendliche es unfair fanden, dass Erwachsene über das Jugendwort entschieden.

2019 gab es keine Wahl zum Jugendwort. Grund dafür war, dass der Klett-Verlag versuchte, Langenscheidt aufzukaufen. Nach Angaben beider Seiten gab es Gespräche, die allerdings zu nichts führten. Durch die Ungewissheit beim Langenscheidt-Verlag fiel die Wahl ins Wasser.

Seit 2020 dürfen die Jugendlichen selbst bestimmen, was das Jugendwort sein soll.

Bei der ersten Wahl, an der Jugendliche teilnehmen durften, gewann das Wort „lost“. „Lost“ bedeutet wörtlich übersetzt „verloren“, allerdings nicht in der Jugendsprache. Dort beschreibt es, dass jemand ahnungslos oder verwirrt ist.

2021 lautete das Jugendwort „Cringe“. „Cringe“ wird von Jugendlichen verwendet, um zu beschreiben, wenn etwas unangenehm komisch ist.

Das Jugendwort 2022 war „Smash“. „Smash“ nennt man jemanden, der so attraktiv ist, dass man ihn/sie abschleppen möchte.

2023 lautete das Jugendwort, das von Langenscheidt verkündet wurde „Goofy“. „Goofy“ ist die Beschreibung für eine tollpatschige oder komische Person.

„Aura“ lautete das Jugendwort 2024. Hat jemand viel „Aura“, hat er eine starke Ausstrahlung oder ein starkes Charisma.

Oft sind Jugendwörter englische Wörter in einer abgewandelten Form wie z.B. das Jugendwort 2025 „das Crazy“. Während „Crazy“ auf Deutsch übersetzt „verrückt“ heißt, ist das Jugendwort hingegen ein Ausdruck der Sprachlosigkeit und bedeutet so viel wie krass oder cool.

Man sieht: Jugendwörter sind sehr vielfältig, es gibt sehr viele und sie haben teilweise andere Bedeutungen als die wörtliche Übersetzung.

Quellen: https://web.de/magazine/panorama/jugendwort-jahres-2019-darum-entfaellt-wahl-in-diesem-jahr-34104996 + https://quillbot.com/de/blog/jugendsprache/jugendwoerter/ + https://www.n-tv.de/wirtschaft/Klett-will-Langenscheidt-uebernehmen-article20885386.html /// Bild erstellt von Alex Malenyuk mit Hilfe von Microsoft Image Creator.

Von Macker zum Digga

Von Lennard Fink

Jugendsprache früher

Schon im 16. Jahrhundert gab es einen Vorläufer unserer heutigen Jugendsprache, die damals Burschensprache oder Studentensprache genannt wurde. Sie entwickelte sich an den deutschsprachigen Universitäten. Man hat immer wieder versucht, die Studentensprache in Wörterbüchern zu dokumentieren. Doch erst seit dem 19. Jahrhundert wurde sie wissenschaftlich analysiert. (Quelle: gfds.de)

60er Jahre

In den 60er Jahren gab es vorwiegend Ausdrücke, um das jeweils andere Geschlecht zu bezeichnen, wie zum Beispiel ,,Hirsch‘‘, ,,Hengst‘‘ oder ,,Macker“ für Jungen und ,,Wuchtbrumme‘‘, ,,dufte Kante‘‘ oder ,,steiler Zahn‘‘ für Mädchen. Auch ein Synonym zu ,,Läuft bei dir‘‘, welches ,,Dein Leben läuft gut!‘‘ oder ,,Du hast es drauf!‘‘ bedeutet und das Jugendwort des Jahres 2014 war, gab es in den 60er Jahren: ,,Es läuft‘‘, welches auch heute noch umgangssprachlich im gleichen Kontext verwendet wird, bedeutet ,,Es funktioniert (gut)‘‘. (Quelle: welt.de)

70er Jahre

In den 70er Jahren wurden hauptsächlich Wörter verwendet, die beschrieben, was im Trend oder sehr beeindruckend war, wie zum Beispiel ,,krass‘‘, ,,fett‘‘, ,,abgefahren‘‘, ,,Kult‘‘ oder ,,Schlager‘‘. Es gab jedoch auch Wörter, um etwas als komisch oder merkwürdig zu bezeichnen, wie beispielsweise ,,Tussi‘‘ und ,,Freak‘‘. ,,Freak‘‘ war eines der ersten englischen Wörter, die im Zuge der Globalisierung in der deutschen Jugendsprache verwendet wurden. (Quelle: arabella-bayern.de)

80er Jahre

In den 80er Jahren gab es vor allem Jugendwörter, die aus dem Englischen übernommen wurden. Diese Wörter beschrieben entweder etwas Tolles, wie ,,cool‘‘ oder ,,Checker‘‘, welche beide jemanden oder etwas Angesagtes beschrieben, oder solche, wie ,,Loser‘‘ oder ,,trashig‘‘, die jemand oder etwas Unpopuläres oder Billiges beschreiben. Außerdem wurde in den 80ern das Wort ,,geil‘‘ populär. (Quelle: arabella-bayern.de)

90er Jahre

In den 90er Jahren wurden viele Wörter verwendet, die wir heute aus dem alltäglichen Sprachgebrauch kennen, wie ,,Bock haben‘‘, welches Lust haben bedeutet, ,,trendy‘‘, welches etwas beschreibt, das angesagt ist, oder ,,Party machen‘‘ für feiern. ,,Chillen‘‘, das auch in der heutigen Jugendsprache sehr häufig vorkommt, wurde schon in den 90ern verwendet. (Quelle: arabella-bayern.de)

2000er Jahre

In den 2000er Jahren wurden Wörter genutzt, die bis heute entweder out sind oder tatsächlich immer noch verwendet werden, wie ,,Yolo‘‘, welches von vielen als klassisches Jugendwort der 2000er und 2010er Jahre bezeichnet wird. Heute hört man es nur noch selten. ,,Ey Alter‘‘ und ,,Digga‘‘ sagte man als Anrede für Freunde oder ,,Crush‘‘, um eine Schwärmerei für jemanden auszudrücken. (Quelle: arabella-bayern.de)

Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern

Eine Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern ergab, dass viele von ihnen Jugendwörter von ihren Eltern oder Großeltern kennen. Vor allem an „cool“ und „knorke“ haben sich viele Schülerinnen und Schüler noch erinnert.

Umfrage unter den Lehrerinnen und Lehrern

Aus einer zweiten Umfrage unter den Lehrerinnen und Lehrern konnte man vor allem ihr Alter ablesen und welche Jugendwörter diese Altersgruppe verwendet hat. Von „Echt ätzend“ oder „affengeil“ aus den 80ern bis hin zu „Alter“ oder „LOL“ aus den 2010ern haben sie viele Wörter genannt. Von den früheren Jugendwörtern haben es ihrer Erfahrung nach heute viele Wörter in den normalen Sprachgebrauch geschafft – nicht immer zum Besten, wie in einer Umfrage unter der Lehrerschaft angemerkt wurde. Während „Cool“, „Mega“ und „Crazy“ ganz normal verwendet werden, gibt es auch Wörter, deren veränderte Nutzung diskriminierend wird, etwa wenn „Schwul“ als Schimpfwort benutzt wird.

Fazit:

Vor allem Wörter aus den 2000ern und aus den 2010ern werden im heutigen Jugendsprachgebrauch noch verwendet. Ältere Jugendwörter hingegen sind schon fest in der deutschen Sprache verankert, jedoch sind auch viele Wörter in Vergessenheit geraten.

Jugendwörter im Lauf der Zeit

Bild erstellt von Lennard Fink mit Hilfe von Chat GPT