Stammzellen spenden – was ist das?

Am Freitag, dem 2. Oktober 2026, hielt Jonas Zöller, zugeschaltet per Videokonferenz, einen Vortrag über das Spenden von Stammzellen an der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld. Er ist von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspende) und wollte die Schülerinnen und Schüler über eine Stammzellenspende aufklären und dazu ermutigen, sich als möglichen Spender zu registrieren. Organisiert wurde die Veranstaltung von Christina Hädrich, der Schulgesundheitsfachkraft der Albert-Schweitzer-Schule.

Da alle 27 Sekunden jemand die Diagnose Blutkrebs bekommt, ist die Stammzellenspende eine gute Möglichkeit, viele Leben zu retten. Insbesondere dann, wenn andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel eine Chemotherapie, keinen Erfolg hatten oder der Blutkrebs nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung zurückkehrt. Zu Beginn erklärte Jonas Zöller, was überhaupt Blutkrebs ist: Blutkrebs ist eine lebensbedrohliche Krankheit, welche gesunde Blutkörperchen verändert und unkontrolliert bösartige Blutzellen vermehrt. Durch eine Stammzellentransplantation kann man den Blutkrebs therapieren. Zöller erklärte, dass für eine Transplantation bestimmte Gewebeverträglichkeitsmerkmale von Spender und Patient übereinstimmen müssen. Deshalb findet nur eine von drei Personen das passende Match. Die DKMS hat auch außerhalb von Deutschland, zum Beispiel in Polen, USA und Indien, Standorte, da die Menschen weltweit von Blutkrebs betroffen sind. Zöller sagt, dass es daher auch sein kann, man spendet einem Menschen aus Südafrika seine Stammzellen. „Als Erstes werde die Gewebemerkmale geprüft,“, erklärt Jonas Zöller den Weg zur Stammzellenspende. „Danach wird man medizinisch durchgecheckt. Erst wenn alles passt, kann man dann auch spenden.“

Doch wie werden Stammzellen gespendet?

Jonas Zöller stellte zwei verschiedene Methoden vor. Die häufigste Methode ist die periphere Stammzellenspende, bei der man über fünf Tage Hormone, also den Wachstumsfaktor G-CSF, durch Spritzen verabreicht bekommt. Dadurch gehen Stammzellen vermehrt ins Blut und es kommt an maximal zwei Tagen zu einer Ambulanten Entnahme, welche ungefähr drei bis fünf Stunden dauert. Die andere Möglichkeit, die aber nicht mehr so häufig verwendet wird, ist die Knochenmarkspende. Dabei wird das Knochenmark unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm entnommen. Das bedeutet ein Klinikaufenthalt von ungefähr ein bis zwei Nächten und es könnte zu lokalen Wundschmerzen für wenige Tage führen. Man kann sagen, wie man spenden möchte, aber letztlich entscheiden die Ärzte nach unterschiedlichen Faktoren. Wenn man damit nicht einverstanden ist, muss man nicht spenden. Jonas Zöller erzählt auch von dem Weg nach der Spende, denn man bekommt erst einen Tag nach der Spende die ersten Informationen über den Patienten. Außerdem kann man anonymen Briefkontakt mit seinem Patienten aufnehmen, wenn dies auch der Patient möchte. Es bleibt anonym, da sich nach der ersten Spende auch die Lebensumstände des Spenders ändern könnten und er vielleicht nicht nochmal spenden kann. So soll kein Druck entstehen, falls es nötig werden würde. Nach drei Monaten bekommt man dann ein Update über den Gesundheitszustand des Patienten. Erst nach zwei Jahren kann man dann ein endgültiges Fazit zur Therapie mit gespendeten Stammzellen ziehen und man kann ein persönliches Kennenlernen über die DKMS anfragen. Die Stammzellenspende führt manchmal sogar zu neuen Freundschaften. Jonas Zöller stellte die Geschickte von Cheylan vor, die vor 2 Jahren Stammzellen gespendet hat. Für sie ist es sehr bewegend, dass sie mit einer so kleinen Aktion ein Leben retten konnte.

Am Ende der Veranstaltung wurden von den Schulsanitätshelfern Stäbchen für die Registrierung verteilt. Viele Schülerinnen und Schüler haben sich registriert, worüber sich die Schulgesundheitsfachkraft Christina Hädrich sehr freut.

Wer kann sich registrieren?

Jeder, der zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann sich registrieren. Erst ab 18 wird man im System freigeschaltet und kann dann auch als Spender in Frage kommen. Um spenden zu können, benötigt man eine gute körperliche Verfassung und man sollte keine schwerwiegenden chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Rheuma oder Diabetes, haben. Dazu zählen auch bestimmte frühere Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Störungen oder eine ausgeheilte Krebskrankheit. Alle Infos zur Stammzellenspende findet man unter https://www.dkms.de/.

Text und Bilder: Luise Heinz